Anfrage soll Bergiselarena durchleuchten
Nach Kritik von ÖSV-Präsident Schröcksnadel an „desolatem Stadion“ werden Mieterpflichten Thema. Kartensteuer erneut abgelehnt.
Von Manfred Mitterwachauer
Innsbruck –Dass ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel – die TT berichtete – den Zustand des Bergiselstadions als „desolat“ bzw. „katastrophal“ (Toilettenanlage) bezeichnete, das Ambiente der Arena nachkriegszeitlich empfindet und hierfür die (Stadt-)Politik – aufgrund mangelnder finanzieller Unterstützung – verantwortlich sieht, hat in der Stadt Innsbruck für großen Unmut und gestern auch zu einer Anfrage im Gemeinderat am Donnerstag geführt.
Um den Ärger der Kommunalpolitiker nachzuvollziehen, muss man wissen, dass das Bergiselstadion per Vertrag – zuletzt geändert im Jahre 2006 – von der Stadt an die Bergisel BetriebsgesmbH vermietet wurde. Diese wiederum steht zu 100 Prozent im Eigentum der Austria Ski Team Handels- und BeteiligungsgesmbH, die ihrerseits eine 100-Prozent-Tochter des ÖSV ist. Jenem ÖSV, dem Schröcksnadel vorsteht. Im entsprechenden Mietvertrag ist geregelt, dass die Mieterin – sinngemäß – dazu verpflichtet ist, für die laufende Instandhaltung und die Betriebsbereitschaft (auch für Veranstaltungen) Sorge zu tragen. Und zwar auf eigene Kosten. Als Mietzins wurde eine Erlösbeteiligung an den in der Arena durchgeführten Veranstaltungen vereinbart.
Vor diesem Hintergrund und der aktuellen Schröcksnadel-Kritik verlangt nun Grünen-Klubobfrau Uschi Schwarzl von BM Christine Oppitz-Plörer per Anfrage Auskunft u. a. über die erfolgten Einnahmen aus dem Mietvertrag, aber auch, wie es mit der Instandhaltungspflicht der Bergisel BetriebsgesmbH ausschaut. Geklärt werden soll, ob dieser Pflicht in den vergangenen Jahren nachgekommen wurde, ob Instandhaltungsmängel festgestellt wurden und wenn ja, ob selbige auch behoben wurden.
Debattiert wurde am Donnerstag im Zuge des Haushaltssatzungsbeschlusses 2018 auch die – zuvor im Finanzausschuss abgelehnte – Kartensteuer für Kommerz-Kinos. Abgestimmt wurde über die Steuer nicht, eine breite ablehnende Front gab es dennoch. Nur FI und SPÖ hätten die Steuer befürwortet.