Gerichtssplitter

Schlägerei bei Hofrunde verlängerte Haftaufenthalt

Die Haftanstalt bei Innsbruck.
© thomas böhm

Gut gefüllt präsentierte sich gestern am Landesgericht der Schwurgerichtssaal. Waren doch etliche Justizwachebeamte damit beschäftigt, sechs...

Gut gefüllt präsentierte sich gestern am Landesgericht der Schwurgerichtssaal. Waren doch etliche Justizwachebeamte damit beschäftigt, sechs Häftlinge aus Georgien und Tschetschenien zu bewachen. Nach einem gewaltsamen Tumult auf dem Hof der Innsbrucker Justizanstalt im September letzten Jahres mussten diese sich wegen absichtlich schwerer Körperverletzung an marokkanischen Mithäftlingen verantworten. So hatte sich im Ziegelstadl die alte Justizwache-Weisheit wieder einmal bestätigt, wonach tschetschenische und afrikanische Häftlinge nur selten gut miteinander auskommen. Eine absichtliche Körperverletzung mit Eisenstangen aus den Kleiderschränken bestritten die Angeklagten zunächst. Vielmehr hätten sie sich selbst nur gegen drohende Angriffe durch die Marokkaner gewehrt. Diese hätten tags zuvor nämlich Georgier mit Rasierklingen angegriffen. Ein bedrohliches Bild, das da vom Leben in der Justizanstalt gezeichnet wurde – zumal ein Verteidiger mildernd einwandte, dass sein „Mandant ja unter Drogen gestanden“ sei. 20 Justizwachebeamte benötigte es letzten Herbst, um die Situation zu beruhigen. Nach Vorführung eines Videos wurden vier der Angeklagten nicht rechtskräftig zu drei Jahren Haft, ein weiterer zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Fünftangeklagte wurde einst auf freiem Fuß angezeigt und ist flüchtig. Ein Trost für die afrikanischen Mithäftlinge: Alle Angeklagten sind mittlerweile in den Gefängnissen Suben, Stein oder Graz-Karlau untergebracht.

Schnell kann’s gehen: Wegen Vernachlässigens einer wehrlosen Person und Untreue war gestern am Landesgericht eine slowakische Pensionistin angeklagt. Sie hatte über Jahre einen Gebrechlichen und krebskranken Oberländer betreut. Besorgte Ärzte hatten ob des Zustandes des heute 82-Jährigen Anzeige erstattet. Einer Polizistin kamen dazu Überweisungen auf dem Konto des Rentners spanisch vor. Nach Aussagen von Rettungssanitätern zeigte sich jedoch im Prozess ein anderes Bild. Nicht nur, dass der Oberländer aufgrund Altersstarrsinns offenbar nicht allzu leicht zu pflegen war, ergaben bei ihm Hautprobleme gleich auch unschöne und verdächtige blaue Flecken. Jetzt versucht das Gericht, den Greis zu vernehmen. Dazu beantragte Ankläger Markus Grüner ein Pflegegutachten. (fell)

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