Erdogan-Sprecher: Berlin prüft Aufenthalt eines Putschverdächtigen
Ankara (APA/dpa) - Die Bundesregierung prüft nach Angaben des türkischen Präsidialamts, ob sich einer der Hauptverdächtigen des Putschversuc...
Ankara (APA/dpa) - Die Bundesregierung prüft nach Angaben des türkischen Präsidialamts, ob sich einer der Hauptverdächtigen des Putschversuches vom Juli 2016 in Deutschland aufhält. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Telefonat in der vergangenen Woche in dieser Frage eine sofortige Untersuchung zugesagt, sagte Erdogan-Sprecher Ibrahim Kalin am Mittwoch in Ankara.
Es handle sich um Adil Öksüz, der ein enger Vertrauter des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen sein soll. Erdogan macht Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Türkische Medien hatten bereits im August berichtet, Zeugen hätten Öksüz in Deutschland gesehen.
Öksüz war nach der Niederschlagung des Putsches in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Akinci bei Ankara festgenommen worden, der eine wichtige Basis der Umstürzler war. Er war dann aber unter Auflagen wieder freigelassen worden und geflohen. Kalin sagte, nach Gesprächen der türkischen Seite mit deutschen Behörden hätten diese angefangen, „mit größerer Ernsthaftigkeit und Verantwortung“ gegen Anhänger der Gülen-Bewegung und der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans PKK in der Bundesrepublik vorzugehen. „Da sagen wir, dass uns das freut. Aber das genügt uns nicht.“ Erdogan wirft Deutschland vor, Anhängern der PKK und der Gülen-Bewegung Zuflucht zu bieten.