Jerusalem-Anerkennung - Gabriel kritisiert Trumps Beschluss

Berlin/Washington (APA/dpa) - Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel hat die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch die USA ...

Berlin/Washington (APA/dpa) - Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel hat die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch die USA kritisiert. „Ich glaube, dass sie wirklich das Risiko beinhaltet, dass eine ohnehin schon schwierige Lage dort im Nahen Osten und in dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern jetzt noch weiter eskaliert“, sagte er am Mittwochabend in den ARD-“Tagesthemen“.

Trumps Beschluss beinhalte die große Gefahr, „Öl ins Feuer zu gießen“. Gabriel bemängelte ein Ignorieren der Interessen der Palästinenser und sprach von einer 180-Grad-Wendung der bisherigen US-Politik. „Und die macht uns Sorgen“, so der Minister. „Wir hoffen, dass die Sorgen wieder eingedämmt werden können. Aber diese Kehrtwendung ist schon ein großes Problem.“ Zuvor hatte sich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel von dem US-Vorgehen distanziert.

Trump hatte in einem international höchst umstrittenen Schritt die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt des Staates Israel verkündet. Der Status Jerusalems gilt als einer der fundamentalen Streitpunkte in dem seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern.

Israel hatte 1967 während des Sechs-Tage-Kriegs den arabisch geprägten Ostteil der Stadt erobert und später annektiert. Es beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. Dieser Anspruch wird international nicht anerkannt. Unter anderem erkennen die Vereinten Nationen nicht ganz Jerusalem als Israels Hauptstadt an. Die Palästinenser sehen in Ost-Jerusalem ihre künftige Hauptstadt.