Jerusalem - Israel hält an Status quo der heiligen Stätten fest
Jerusalem/Wien (APA) - Israel möchte auch nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt durch die USA am Status quo der heiligen Stätten in...
Jerusalem/Wien (APA) - Israel möchte auch nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt durch die USA am Status quo der heiligen Stätten in der Stadt festhalten. Das stellte eine Aussendung der israelischen Botschaft in Wien am Donnerstag klar. „Israel bleibt auch weiterhin dem Erhalt des Status quo der heiligen Stätten verpflichtet und wird weiterhin die Religionsfreiheit für Juden, Christen und Muslime garantieren.“
Mehrere muslimische Reaktionen auf die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump hatten Befürchtungen anklingen lassen, Israel könnte sich nun die muslimischen heiligen Stätten Jerusalems - insbesondere den Juden wie Muslimen heiligen Tempelberg - völlig unter den Nagel reißen.
Auf der Anhöhe im Südosten der Jerusalemer Altstadt stand bis zu seiner Zerstörung durch die Römer im Jahr 70 n. Chr. der Jerusalemer Tempel, das Zentralheiligtum des Judentums. Heute erheben sich auf der Anhöhe zwei wichtige Gebetsstätten des Islam, der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee; Muslime nennen den Tempelberg „Al-Haram al-Sharif“ (Das edle Heiligtum). Die Gebetsstätten werden von einer muslimischen religiösen Stiftung verwaltet, für die Sicherheit zeichnet Israel verantwortlich.
Juden ist das Betreten der Anhöhe eigentlich aus religiösen Gründen („wegen der Heiligkeit des Ortes“) verboten. Trotzdem hatten radikale Zionisten in den vergangenen Jahren immer wieder den Tempelberg zu betreten. Ein derartiger Besuch im Jahr 2000 durch den damaligen israelischen Oppositionsführer Ariel Sharon führte damals zum Ausbruch des zweiten Palästinenseraufstandes (Intifada). Erst im heurigen Jahr hatte ein Streit um Gebets- und Besuchsrechte am Tempelberg zu einer erneuten Welle palästinensischer Anschläge geführt.