Sechs junge Australier zu Gast in Osttirol
Bis Mitte Jänner besuchen Austauschschüler vom kleinsten Kontinent der Erde den Unterricht im Gymnasium Lienz.
Von Michelle Koini
Lienz –Erstmalig wurde heuer vom Gymnasium Lienz ein Schüleraustausch mit einer australischen Partnerschule angeboten. Bis Mitte Jänner sind Suzannah, Ashley, Fionnuala, Tom, James und Angus vom Cathedral College Wangaratta in Osttirol bei Gastfamilien untergebracht. Sie lernen zehn Wochen lang unsere Kultur kennen, sammeln Erfahrungen und vertiefen ihre Deutschkenntnisse.
Doch warum lernt man in Australien Deutsch? „An unserer Schule kann man sich zwischen Indonesisch und Deutsch entscheiden. Die deutsche Sprache und mitteleuropäische Kultur erschien mir wesentlich interessanter als Indonesisch“, erklärt Suzannah.
Die Austauschschüler nehmen am Unterricht des Gymnasium Lienz teil. In ihrer Freizeit erkunden die 16-Jährigen die Stadt oder genießen die Berge. In ihrer Heimat müssen sie vergleichsweise lange bis zum nächsten Skigebiet fahren und zahlen für eine Tageskarte wesentlich mehr als in Österreich. Deshalb genießen die Jugendlichen heuer die Nähe zu den Lienzer Bergbahnen und stellen ihre Snowboardkünste unter Beweis.
Auch der kulinarische Aspekt Osttirols kommt äußerst gut an. „Schlipfkrapfen werde ich in Australien sehr vermissen“, äußert Fionnuala wehmütig. Außerdem schwärmen die Jugendlichen vom regionalen Brot und von der riesigen Auswahl von Mehlspeisen in Cafés.
Nicht zu vergessen ist der Lienzer Weihnachtsmarkt. Die australischen Schüler sind fasziniert von den weihnachtlichen Beleuchtungen der Altstadt sowie von der gesamten Adventstimmung, die in der Luft liegt. Frostige Temperaturen zu Weihnachten sind Neuland für sie. In Australien feiert man gewöhnlich mit Familie und Freunden am Fluss oder am Strand.
Auch wenn es der Austauschgruppe in Osttirol sehr gut gefällt, einige ungewohnte Tabus in unserer Gesellschaft gibt es. So soll im Land der Kängurus schwarzer Humor sehr viel ausgeprägter und allgegenwärtiger sein als bei uns. Man erntet bei uns viel schneller böse Blicke für „unpassende Witze“ als auf der anderen Seite der Erdkugel.
Weiters berichten die Australier, dass sie in Osttirol viel erwachsener behandelt werden als in ihrer Heimat. „Während man in Australien mit 16 Jahren noch eher als Kind gesehen wird, wird man in Österreich schon wie ein Erwachsener gesehen“, berichtet die sechsköpfige Gruppe.
Da dieser Austausch als überaus erfolgreich und positiv empfunden wird, werden auch nächstes Jahr wieder Schüler die Möglichkeit bekommen, an diesem Projekt teilzunehmen.