Proteste in Asien gegen Trumps Jerusalem-Beschluss

Jerusalem/Washington (APA/Reuters) - In Malaysia und Indonesien sind am Freitag Tausende Menschen aus Protest gegen die Anerkennung Jerusale...

Jerusalem/Washington (APA/Reuters) - In Malaysia und Indonesien sind am Freitag Tausende Menschen aus Protest gegen die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald Trump auf die Straße gegangen. Die Behörden verschärften die Sicherheitsmaßnahmen vor den US-Botschaften.

Allein vor der diplomatischen Vertretung der USA in Kuala Lumpur versammelten sich mehrere tausend Demonstranten, die ein Bild von Trump verbrannten. In Jakarta zogen Hunderte Menschen vor die US-Botschaft. Einige von ihnen trugen Palästinenser-Tücher, schwenkten palästinensische Fahnen und riefen „Allahu Akbar“ (Gott ist am größten). Die US-Botschaft in Jakarta rief amerikanische Bürger auf, die Demonstrationen zu meiden. Das US-Konsulat in Indonesiens zweitgrößter Stadt Surabaya sollte am Freitag geschlossen bleiben. Auch in Pakistan werden nach den Freitagsgebeten Proteste erwartet.

Die radikalislamische Palästinenser-Organisation Hamas hat zu einem „Tag des Zorns“ und einer neuen Intifada aufgerufen. Bei den beiden früheren Palästinenser-Aufständen ab 1987 und 2000 gab es zahlreiche Opfer. Bereits am Donnerstag wurden bei Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften im Westjordanland und im Gazastreifen mindestens 31 Menschen durch Geschoße verletzt.

Trump hatte sich am Mittwoch über alle Warnungen der internationalen Gemeinschaft hinweggesetzt und Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Die Palästinenser betrachten das seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 von Israel besetzte Ost-Jerusalem jedoch als Hauptstadt ihres künftigen Staates.