Ex-Generalstaatsanwalt fordert Straffreiheit für RAF-Terroristen

München (APA/AFP) - Der frühere Generalstaatsanwalt und RAF-Ermittler Klaus Pflieger fordert Straffreiheit für Mitglieder der terroristische...

München (APA/AFP) - Der frühere Generalstaatsanwalt und RAF-Ermittler Klaus Pflieger fordert Straffreiheit für Mitglieder der terroristischen Roten Armee Fraktion (RAF), die ihre Beteiligung am Mord des früheren deutschen Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer zugeben.

Bei RAF-Angehörigen, die bereits eine lebenslange Strafe verbüßten, könnte von einer neuerlichen Strafverfolgung abgesehen werden, „wenn sie die Beteiligung an einem weiteren Mord zugeben“, heißt es in einer Vorausmeldung des Magazins „Focus“ vom Freitag.

Hintergrund von Pfliegers neuem Vorstoß ist das Schweigen der an der Entführung beteiligten RAF-Mitglieder seit 40 Jahren. „Ohne das Absehen von Strafverfolgung sehe ich kaum eine Chance, diese historische Wahrheit in Erfahrung zu bringen“, schrieb Pflieger in dem Magazin. „Die Schleyer-Mörder sollten sich deshalb - ohne strafrechtliches Risiko - offenbaren.“

Schleyer war am 5. September 1977 in Köln von der RAF verschleppt worden. Als dann die Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ in Somalias Hauptstadt Mogadischu beendet wurde und sich drei führende RAF-Terroristen im Gefängnis töteten, wurde Schleyer von bisher unbekannten RAF-Mitgliedern mit Kopfschüssen getötet. Seine Leiche wurde am 19. Oktober 1977 in einem Auto im französischen Mühlhausen gefunden.