Brexit-Erfolg beflügelt Europas Börsen
London/Paris/Frankfurt (APA/dpa-AFX) - Ein erster Fortschritt bei den Brexit-Gesprächen hat Europas Börsen am Freitag angetrieben. Insbesond...
London/Paris/Frankfurt (APA/dpa-AFX) - Ein erster Fortschritt bei den Brexit-Gesprächen hat Europas Börsen am Freitag angetrieben. Insbesondere die Aktien von Banken legten zu, da diese Branche besonders unter der Loslösung von Großbritannien von der Europäischen Union zu leiden hat.
Die Einigung zwischen Europäern und Amerikanern im Streit um internationale Kapitalregeln für Banken (Basel III) trug ebenfalls zu den Kursgewinnen bei. Industriekonzerne profitierten unterdessen vom schwächeren Euro, da er Exporte außerhalb der Eurozone erleichtert.
Gegen Mittag gewann der EuroStoxx50 0,83 Prozent auf 3.602,84 Punkte. Im Wochenverlauf bedeutet das aktuell ein Plus von 2,1 Prozent für den Leitindex der Euroregion. Der französische CAC-40 stieg um 0,46 Prozent auf 5408,25 Punkte und auch in Italien und Spanien wurden deutliche Gewinne verzeichnet. Der britische FTSE 100 rückte um 0,33 Prozent auf 7.344,62 Zähler vor und wurde etwas vom Anstieg des Pfund ausgebremst.
Der DAX hat am Freitag weiter zugelegt und steuert auf eine erfreuliche Wochenbilanz zu. Zuletzt stieg der deutsche Leitindex um 1,09 Prozent auf 13.187,50 Punkte. Damit knüpfte er an die Vortagsgewinne an und näherte sich dem oberen Ende der Handelsspanne der vergangenen Wochen zwischen 12.800 und 13.200 Punkten. Auf Wochensicht winkt ihm ein Plus von gut zweieinhalb Prozent.
Der Euro hielt sich unter der Marke von 1,18 US-Dollar und kostete zuletzt 1,1741 Dollar.
Unter den 19 Branchen Europas war der Bankensektor mit einem Aufschlag von knapp 3 Prozent mit Abstand Favorit. Auch wenn die Einigung zwischen Aufsehern und Notenbanken rund um den Globus eine weitere Verschärfung der Kapitalregeln für Banken bedeutet, sei dies doch „ein großer Schritt in Richtung Kapital-Klarheit“, lobte Analyst James Invine von der Societe Generale.
Unterstützung für die Branche kam zudem durch den ersten Durchbruch bei den Brexit-Gesprächen. Nach Monaten langsamer und frustrierender Verhandlungen sei es nun soweit, und das gebe europaweit Auftrieb, kommentierte Marktexperte Craig Erlam vom Devisenbroker Oanda. Man sei sich einig über die wichtigsten Fragen der Trennung und könne nun in Verhandlungen über die künftigen Beziehungen eintreten, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Freitagfrüh in einer Pressekonferenz mit Premierministerin Theresa May.
Unter den Einzelwerten im EuroStoxx 50 nahmen die Papiere der beiden französischen Banken Societe Generale und BNP die Spitze ein mit mehr als 4 Prozent Plus. Deutsche Bank und Intesa Sanpaolo folgten mit jeweils etwas mehr als 3 Prozent Kursaufschlag. ING und Santander rückten um etwas mehr als 2 Prozent vor. In London stiegen Lloyds-Papiere um mehr als 4 Prozent, gefolgt von Barclays mit über 3 Prozent Plus und RBS mit fast 2 Prozent Plus.
Im weiteren Handelsverlauf könnten noch Impulse durch den monatlichen Arbeitsmarktbericht aus den USA in die Märkte gelangen. Nach einigen Verzerrungen aufgrund der jüngsten Hurrikans rechnen Analysten der Postbank wieder mit einer Normalisierung und einem soliden Jobzuwachs. Der Bericht dürfte daher einen weiteren Zinsschritt durch die US-Notenbank Fed wohl stützen.