Wirtschaft erleichtert über erste Einigung beim Brexit

London (APA/dpa) - Die Wirtschaft in Deutschland und Großbritannien hat erleichtert auf den ersten Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen r...

London (APA/dpa) - Die Wirtschaft in Deutschland und Großbritannien hat erleichtert auf den ersten Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen reagiert. Zugleich wiesen Spitzenverbände aber darauf hin, dass schwierige Themen wie die künftigen Handelsbeziehungen mit Fragen wie Zöllen noch nicht geklärt seien.

„Die Einigung zwischen der EU und Großbritannien ist ein verspätetes Nikolausgeschenk für die deutsche Wirtschaft“, erklärte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer am Freitag. „Durch den Konsens über die Austrittsbedingungen ist nun der Weg frei für die Themen, die den Unternehmen auf den Nägeln brennen.“ Nun müssten dringend die für die Wirtschaft wichtigen Fragen behandelt werden. Dazu zählte Schweitzer unter anderem Zölle, die Suche nach Fachkräften und die Sicherung von Lieferketten. „Für die deutsche Wirtschaft steht sehr viel auf dem Spiel“, betonte Schweitzer.

BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang sagte, es sei eines von vielen Hindernissen auf dem Weg zu einem geordneten Brexit aus dem Weg geräumt worden. Der schwierigste Teil der Verhandlungen stehe aber noch bevor.

Der Chef des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, wertete den Durchbruch als „sehr gute Nachricht“. Er sagte: „Nun sollte die EU ein umfassendes Freihandelsabkommen mit Großbritannien anstreben, damit die volkswirtschaftlichen Kosten des Austritts für alle Seiten begrenzt bleiben.“

Der Verband der britischen Handelskammern BCC (British Chambers of Commerce) erklärte, es müsse nun „absolute Klarheit“ über die angestrebten langfristigen Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU geschaffen werde. „Unternehmen wollen wissen, was der EU-Austritt für Vorschriften, Grenzkontrollen, Anstellungen, Produktstandards, Zölle und Steuern bedeutet“, sagte BCC-Chef Adam Marshall.