Olympia: Russischer NOK-Chef ist gegen Boykott wegen Dopingausschluss

Pyeongchang/Moskau (APA/dpa/Reuters) - Im russischen Doping-Skandal hat sich nach Staatspräsident Wladimir Putin auch der Chef des Nationale...

Pyeongchang/Moskau (APA/dpa/Reuters) - Im russischen Doping-Skandal hat sich nach Staatspräsident Wladimir Putin auch der Chef des Nationalen Olympischen Komitees, Alexander Schukow, gegen einen Boykott der Olympischen Winterspiele in Südkorea ausgesprochen. Ein Fernbleiben der russischen Athleten käme einem Ausstieg Russlands aus der olympischen Bewegung gleich, sagte er am Freitag im Parlament in Moskau.

„Wir sollten das aus Trotz gegen unsere Feinde nicht tun“, sagte Schukow, der auch Vizechef der Staatsduma ist. Zugleich rief er dazu auf, nicht jene Sportler als „schlechte Patrioten“ zu bezeichnen, die aus eigenem Willen an den Spielen teilnehmen wollen. „Das ist nicht hinnehmbar“, sagte der Sportfunktionär. Jeder Athlet müsse seine eigene Entscheidung treffen, und dies müsse respektiert werden.

Schukow meinte aber auch, dass wenn sich Athleten gegen ein Antreten in Pyeongchang entscheiden, für diese eigene Bewerbe organisiert werden sollten. „Wir müssen alternative Bewerbe für jene ausrichten, die entscheiden, nicht bei Olympia anzutreten“, wurde Schukow von der Nachrichtenagentur R-Sport zitiert.

Parlamentssprecher Wjatscheslaw Wolodin sagte indes, dass russische Abgeordnete nicht zu den Winterspielen 2018 reisen sollten, wenn russische Athleten nicht unter russischer Flagge antreten.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte Russland am Dienstag wegen systematischen Dopings von den Winterspielen in Südkorea vom 9. bis 25. Februar ausgeschlossen. Nachweislich saubere russische Sportler dürfen aber unter olympischer Flagge in Pyeongchang antreten. Präsident Wladimir Putin hatte den Athleten die Teilnahme freigestellt und einen Boykott ausgeschlossen.