Britischer Außenminister für heikle Gespräche in Teheran

Teheran (APA/dpa) - Der britische Außenminister Boris Johnson ist am Samstag zu Gesprächen mit iranischen Regierungsvertretern in Teheran ei...

Teheran (APA/dpa) - Der britische Außenminister Boris Johnson ist am Samstag zu Gesprächen mit iranischen Regierungsvertretern in Teheran eingetroffen. Johnson will sich dort für die Freilassung der inhaftierten Nazanin Zaghari-Ratcliffe und weiterer Personen mit doppelter britisch-iranischer Staatsangehörigkeit einsetzen.

Er werde seine „schwerwiegende Besorgnis“ über die Fälle zum Ausdruck bringen und sich für die Freilassung einsetzen, wo es humanitäre Gründe dafür gebe, hatte Johnson vor seinem Abflug nach Teheran mitgeteilt.

Dem Minister wird vorgeworfen, die Lage von Zaghari-Ratcliffe verschärft zu haben. Johnson hatte im November vor einem Parlamentsausschuss in London gesagt, sie habe im Iran Journalisten ausgebildet. Zaghari-Ratcliffe bestreitet dies. Nach ihrer Darstellung war sie zu einem rein privaten Aufenthalt mit ihrer inzwischen drei Jahre alten Tochter in den Iran gereist.

Der 37-jährigen Projektmanagerin der Thomson Reuters Stiftung wird Verbreitung von Propaganda gegen das iranische Regime und die Vorbereitung eines Umsturzes vorgeworfen. Ihr droht eine fünf- bis zehnjährige Haftstrafe. Ihre Tochter ist in der Obhut der Großeltern im Iran, ihrem Ehemann Richard Ratcliffe wird die Einreise in das Land verweigert.

Johnson wird neben seinem iranischen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif auch Atom-Chef Ali Akbar Salehi und den Sekretär des Sicherheitsrates, Ali Shamkhani, treffen. Geplant ist auch ein Treffen mit Präsident Hassan Rouhani. Bei seinem ersten Besuch im Iran will Johnson auch über die Zukunft des von den USA kritisierten Wiener Atomabkommens und den Krieg im Jemen sprechen.