ICAN-Austria-Obfrau nimmt an Verleihung des Friedensnobelpreises teil

Wien/Oslo (APA) - Die Obfrau von ICAN Austria, Nadja Schmidt, nimmt als eine der wenigen Vertreterinnen ihrer Organisation an der Verleihung...

Wien/Oslo (APA) - Die Obfrau von ICAN Austria, Nadja Schmidt, nimmt als eine der wenigen Vertreterinnen ihrer Organisation an der Verleihung des Friedensnobelpreises am Sonntag in Oslo teil. Dies bestätigte sie im Gespräch mit der APA. Damit wird laut Schmidt der „österreichische Beitrag an der internationalen Kampagne zur Abschaffung von Nuklearwaffen“ gewürdigt.

ICAN bekommt den diesjährigen Friedensnobelpreis für seine Bemühungen um einen UNO-Atomwaffenverbotsvertrag. Österreich habe im Prozess, der zur Annahme des Vertrags im Juli diesen Jahres geführt hat, eine Schlüsselrolle gespielt, erklärt Schmidt. „Wir sind ein Kernstaat der Initiative.“

Von Österreich aus seien „die wichtigen Akzente gesetzt worden“. Das liege sowohl an der hartnäckigen Lobby-Arbeit von ICAN Austria als auch an den günstigen strukturellen Rahmenbedingungen. Österreich habe eine große antinukleare Tradition. Außerdem habe das Land „in humanitären Abrüstungs-Prozessen immer eine Vorreiterrolle eingenommen“.

Ein erster Höhepunkt des österreichischen Engagements sei die Rede des ehemaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer vor der UNO im Jahr 2013 gewesen, in der er in punkto Atomwaffen das „ICAN-Wording“ übernommen habe, so Schmidt. Mit der vom Außenministerium organisierten „Wiener Konferenz über die humanitären Auswirkungen von Nuklearwaffen“ im Jahr 2014 habe die weltweite Kampagne „rasant an Fahrt aufgenommen“.

Als Abschluss der Wiener Konferenz habe die österreichische Regierung den „mutigen Schritt“ gesetzt, sich zu verpflichten, die Stigmatisierung, das Verbot und die Abschaffung von Atomwaffen auf internationaler Ebene voranzutreiben. Diese Initiative habe in weiterer Folge die Verhandlungen auf UNO-Ebene möglich gemacht, so Schmidt.

Die Verleihung des Friedensnobelpreises ist für Schmidt nicht nur „eine große Ehre und Freude“, sondern auch eine „große Hilfe“ für die kommenden Aufgaben. Denn das Schwierigste stehe noch bevor: Möglichst viele Regierungen sollen in den kommenden Monaten das Vertragswerk ratifizieren. „Durch den Nobelpreis sind wir großflächig international bekannt geworden.“ Das öffne Zugänge zu Medien und biete Möglichkeiten, noch stärker den öffentlichen Diskurs über Atomwaffen zu beeinflussen.

Dass die Botschafter der Atommächte Frankreich, USA und Großbritannien die diesjährige Nobelpreisverleihung boykottieren, findet Schmidt zwar „enttäuschend“. Gleichzeitig ziele man aber auf die große Mehrheit der Staaten ab, die den Vertrag ratifizieren würden. „Der Boykott wird im Endeffekt mehr uns nützen als diesen drei Atommächten.“

ICAN will mit dem Verbotsvertrag den Druck auf die Atommächte erhöhen. Nur eine völkerrechtliche Delegitimierung könne dazu führen, dass Atomwaffen als das erkannt würden, was sie seien: Massenvernichtungswaffen und nicht erstrebenswerte Objekte der Macht, so Schmidt. Die Krise zwischen den USA und Nordkorea habe wieder einmal gezeigt, dass es keine „richtigen Hände für die falschen Waffen“ geben könne.