Wirtschaftspolitik

Schweizer Steuerreform trifft 3000 Austro-Firmen

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Zürich – Die Schweiz ändert ab Jänner ihr Mehrwertsteuergesetz. Damit fallen auch bisherige Mehrwertsteuerbefreiungen für ausländische Liefe...

Zürich –Die Schweiz ändert ab Jänner ihr Mehrwertsteuergesetz. Damit fallen auch bisherige Mehrwertsteuerbefreiungen für ausländische Lieferanten. Laut ORF sind aus Österreich davon rund 3000 Betriebe betroffen. In der Wirtschaftskammer, vor allem bei Firmen im benachbarten Vorarlberg, ist der Unmut groß.

Der Vorwurf etwa der Vorarlberger Tischler­innung: Die Eidgenossen wollen ausländische Handwerksbetriebe vom Schweizer Markt fernhalten. Wer weniger als 100.000 Franken Umsatz in der Schweiz erzielte, musste keine Mehrwertsteuer zahlen. Das fällt mit Jänner.

Auch weitere Hürden gingen ins Geld, hieß es in dem ORF-Beitrag. Genannt wurde ein Vorarlberger Tischler, der – weil er mehr als 100.000 Franken Umsatz erziele – 7,7 Prozent Mehrwertsteuer zahlen müsse. Außerdem falle eine umsatzabhängige Kaution an, und es sei ein Steueranwalt zu beauftragen.

In einer Information des Wirtschaftsprüferunternehmens PwC hieß es, dass für die Steuerpflicht eines ausländischen Unternehmens, das in der Schweiz Lieferungen ausführt oder Telekommunikations- und elektronische Dienstleistungen an Endverbraucher erbringt, nicht mehr nur der Umsatz in der Schweiz, sondern der weltweite Umsatz maßgebend sei. Erzielt ein Unternehmen weltweit mindestens 100.000 Euro Umsatz, wird es ab dem ersten Franken Umsatz in der Schweiz MWSt-pflichtig. Ein österreichisches Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 100.000 Franken muss sich daher zukünftig bei Ausführung der ersten steuerpflichtigen Lieferung in der Schweiz registrieren lassen, schrieb auch KPMG. (APA)