Flüchtiger Ex-Bankenchef im Iran wegen Finanzskandals verurteilt

Teheran (APA/AFP) - Sechs Jahre nach der Enthüllung eines gigantischen Finanzskandals hat ein iranisches Gericht den flüchtigen Ex-Chef der ...

Teheran (APA/AFP) - Sechs Jahre nach der Enthüllung eines gigantischen Finanzskandals hat ein iranisches Gericht den flüchtigen Ex-Chef der größten staatlichen Bank zu langjähriger Haft verurteilt: Ex-Bank-Melli-Chef Mahmud Resa Chavari sei in Abwesenheit zu „hohen Gefängnis- und Geldstrafen sowie zu Entschädigungszahlungen“ verurteilt worden, sagte ein ranghoher Justizvertreter am Samstag der Nachrichtenagentur Misan.

Details nannte er nicht, fügte aber hinzu, Chavaris Vermögen im Iran werde nun verkauft.

Der Skandal reicht in die Amtszeit des iranischen Ex-Präsidenten Mahmud Ahmadinejad zurück, der inzwischen in Ungnade gefallen ist. Es ist nach den Darstellungen der heutigen iranischen Führung der größte Finanzskandal seit Gründung der Islamischen Republik 1979.

Die Enthüllungen über den Skandal setzten 2011 ein, als Ahmadinejad noch Präsident war. Laut Staatsanwaltschaft hatte das Privatkonsortium Amir Mansur Aria Development Co. mit Hilfe gefälschter Bankbürgschaften Milliardenkredite für den Kauf dutzender Unternehmen erschlichen, die zum Verkauf ausgeschrieben waren. Insgesamt sollen sie auf diese Weise umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro beiseitegeschafft haben. Die in den Betrug verwickelten Bankmanager wurden von dem Konsortium bestochen.

Der Chef des Konsortiums, Mahafarid Amir Chosrawi, wurde 2014 gehängt. Ein weiterer Bankenchef - Said Kiani-Resasadeh - wurde zum Tode verurteilt, das Urteil vermutlich aber bisher nicht vollstreckt. Chavari setzte sich im September 2011 nach Kanada ab, dessen Staatsbürgerschaft er 2005 angenommen hatte. Zwischen Kanada und dem Iran besteht keine Auslieferungsvereinbarung.