2. Einkaufssamstag - Geschäft in der Steiermark brummte
Graz/Liezen (APA) - Nicht nur die Glocken, sondern auch die Kassen klingeln in der Vorweihnachtszeit. Zusammen mit dem günstig gefallenen 8....
Graz/Liezen (APA) - Nicht nur die Glocken, sondern auch die Kassen klingeln in der Vorweihnachtszeit. Zusammen mit dem günstig gefallenen 8. Dezember sprachen manche steirische Händler von der besten Verkaufswoche des ganzen Jahres. Ein Blick in Kaufhäuser bestätigte das: Schlangen vor den Kassen, prall gefüllte Sackerl und Menschen, die sich Rolltreppen hinauf- und hinunterschieben. Der Tenor: Das Geschäft brummte.
„Wir sind zuversichtlich und hoffen auf ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr“, sagte Gerhard Wohlmuth, Obmann der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Steiermark, Samstagnachmittag zur APA. Man liege beim Umsatz im Vergleich zu 2016 wohl eine Spur vorne. Das verlängerte Einkaufswochenende hin zum zweiten Adventsonntag sei jedenfalls „superstark“ gewesen, so Wohlmuth. Besonders Sportartikel, vor allem für den Langlauf, Schuhe und Bücher ließen sich - neben dem Klassiker Gutscheinen - bestens verkaufen. Überraschend oft wurden auch Uhren sowie Schmuck und da insbesondere Silberschmuck verkauft.
Beim Besteck allerdings hat Silber einen pflegeleichteren Nachfolger gefunden, erklärte Martina Weinhandl, Geschäftsführerin des Grazer Traditionskaufhauses Klammerth in der Herrengasse: „Besteck mit sogenannter PVD-Beschichtung (Physical Vapor Deposition - physikalische Gasphasenabscheidung, Anm.) ist heuer der Renner.“ Außerdem sprach sie von einem weiteren Trend-Produkt, nämlich Gin-Gläser. Im Gespräch mit den Kunden sei ihr zuletzt besonders aufgefallen, dass die Käufer immer öfter wissen wollen, wo etwas hergestellt wird, und dass sich viele für persönliche Beratung bedanken. Dass es das stärkste Wochenende des Jahres sein soll, wollte sie nicht bestätigen, denn erst in den vergangenen Tagen war von einem möglichen Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt in den Medien die Rede, ein Mann in Graz wurde verhaftet. „Man hat gemerkt, die Leute hatten Angst,“ so Weinhandl.
Nur wenige Meter weiter in einem weiteren Grazer Traditionskaufhaus, Kastner & Öhler, war gegen Mittag Hochbetrieb. Die Rolltreppen in die oberen Stockwerke waren voll mit Kunden, in der Damenmode-Abteilung standen bei vier Kassen jeweils zumindest vier Käufer an und auf vielen Sofas und Fauteuils warteten vorrangig Männer mit mehr oder weniger viel Geduld, umsäumt von Sackerl und Taschen. Hausleiter Oliver Heun-Lechner meinte: „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit war das die stärkste Verkaufswoche des ganzen Jahres. Der Samstag war sogar noch stärker als der 8. Dezember.“ So manchen dürfte der Trubel in den Einkaufszentren aber auch schon fast zu viel geworden sein, denn zwischen leuchtend geschmückten Nadelbäumen und Weihnachtskugeln murrte eine Kundin: „Jetzt gemma, mir reicht‘s.“
Dass der Gutschein auch heuer wieder am häufigsten unter den steirischen Christbäumen zu finden sein wird, bestätigte auch Edith Münzer, Center-Managerin vom Grazer Murpark: „Bei uns wird etwa die Hälfte des Gutschein-Jahres-Umsatzes in der Vorweihnachtszeit gemacht.“ Die Datumskonstellation habe dem Murpark guten Umsatz gebracht: „Der 8. Dezember ist ein von vielen Kunden sehr geschätzter ‚zusätzlicher‘ Einkaufstag, ähnlich einem Adventsamstag.“
Laut Andrea Schlemmer, Center-Managerin des Einkaufszentrums Liezen (ELI), war die Garage der Shopping-Mall im Ennstal Samstagmittag voll. Das verlängerte Wochenende sei sehr gut gelaufen, besonders der Samstag. „Alle Branchen sind zufrieden, vor allem die Sportartikelhändler, weil das Wetter mit viel Schnee gut passte.“