Bernhard Auinger - Hobbyläufer verpasste Bürgermeistersessel knapp

Salzburg (APA) - Als Wunschnachfolger von Salzburgs SPÖ-Altbürgermeister Heinz Schaden hätte Bernhard Auinger bei den Kommunalwahlen 2019 an...

Salzburg (APA) - Als Wunschnachfolger von Salzburgs SPÖ-Altbürgermeister Heinz Schaden hätte Bernhard Auinger bei den Kommunalwahlen 2019 antreten sollen. Doch der Rücktritt des Stadtchefs nach dessen nicht-rechtskräftiger Verurteilung im „Swap“-Prozess im Juli verkürzte das Zeitfenster des noch relativ unbekannten Klubobmanns um eineinhalb Jahre. Am Sonntag verpasste Auinger den Bürgermeistersessel nur knapp.

Der 43-jährige Systemoperator und Betriebsratsvorsitzende bei der Porsche Holding Salzburg hat für den Wahlkampf viel Zeit investiert. Er rannte eigenen Aussagen zufolge im Wahlkampf sieben Tage die Woche, um die Aufholjagd zu gewinnen - letztendlich vergeblich. Doch Kampfgeist bewies Auinger schon als Turnierreiter beim Überspringen von Hindernissen in seiner Jugend beim RC Doktorbauer. Als Hobbyläufer - drei mal in der Woche zehn Kilometer - weist er eine gute Kondition auf.

In die Politik kam Auinger über die Gewerkschaft. Als er bei Porsche eine Lehre zum Maschinen- und Werkzeugbauer absolvierte, wurde er Vorsitzender des Jugendvertrauensrates. Seit 2005 gehört er dem Gemeinderat an. 2013 wurde er SPÖ-Klubobmann und im März 2017 zum Bürgermeisterkandidaten gewählt - da lag die Untreue-Anklage gegen Schaden im Zusammenhang mit dem Finanzskandal bereits auf dem Tisch. Es folgte eine erste Plakat- und Internetkampagne, um Auingers Bekanntheitsgrad zu heben.

Dass er sich im Wahlkampf mit seiner Frau Marie-Christin präsentiere, war untypisch für einen Salzburger Politiker und brachte ihm Häme der politischen Konkurrenz ein. „Meine Frau ist seit fast 25 Jahren ein Teil von mir. Sie unterstützt jeden Schritt von mir, und ich ihren“, verteidigte er sich. Und Auinger will auch als neuer Stadtchef die deutsche Staatsbürgerin weiterhin vor den Vorhang holen. Mit Wahlslogans wie „Sag nicht Piefke zu den Deutschen“ habe er aber nicht nur die rund 8.000 Deutschen, sondern generell EU-Bürger auf ihr Wahlrecht in der Stadt Salzburg ansprechen wollen, sagte er - „auch wenn sie nicht SPÖ wählen“.

Bernhard Auinger wurde am 4. März 1974 als jüngstes von vier Kindern in der Stadt Salzburg geboren. Mit seiner Frau, den zwei gemeinsamen Töchtern und seinen Eltern wohnt der „Familienmensch“ in einem Haus in Salzburg-Süd. Als leidenschaftlicher Eishockey-Fan hat er den Verein EC Oilers in Salzburg gegründet.

Auinger hat bereits mit dem Einzug in die Stichwahl angekündigt, nicht in seinen Beruf als Betriebsratschef der Porsche Holding zurückzukehren. Der bisherige Klubvorsitzende wird in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, den 14. Dezember, zum Vizebürgermeister angelobt. Und er will bei den nächsten turnusmäßigen Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen im Frühjahr 2019 versuchen, das Amt des Stadtchefs wieder für die SPÖ zurückzugewinnen.