Kolumbiens größte Drogenbande erklärt einseitige Waffenruhe

Politische Verhandlungen über einen Friedensvertrag wie zuletzt mit der linken Guerillaorganisation FARC schloss die Regierung allerdings aus. Der Chef des Syndikats gilt als einer der meistgesuchten Verbrecher.

In den vergangenen Tagen hat es in Kolumbien herbe Schläge für die Drogenmafia gesetzt.
© AFP

Bogota – Das mächtigste Verbrechersyndikat in Kolumbien hat eine einseitige Waffenruhe erklärt. Ab sofort werde die Gruppe alle militärischen Operationen im gesamten Land einstellen, teilte der Golf-Clan am Mittwoch mit. Wie lange die Waffenruhe dauern sollte, war zunächst unklar. Die Bande rief andere kriminelle Banden und Rebellenorganisationen auf, ebenfalls die Waffen schweigen zu lassen.

Der Golf-Clan ist aus rechtsgerichteten Paramilitärs hervorgegangen. Die Bande ist in Drogenschmuggel, illegalen Bergbau und Schutzgelderpressung verwickelt. Zudem wird sie für zahlreiche Morde und Vertreibungen verantwortlich gemacht. Der Anführer Dairo Úsuga alias „Otoniel“ ist der meistgesuchte Mann des Landes. Auf ihn ist ein Kopfgeld von fünf Millionen US-Dollar ausgesetzt.

Zuletzt hatte der Golf-Clan eine Kapitulation angeboten. Politische Verhandlungen über einen Friedensvertrag wie zuletzt mit der linken Guerillaorganisation FARC schloss die Regierung allerdings aus. Die Streitkräfte und die Polizei gehen hart gegen das Verbrechersyndikat vor und haben bereits eine Reihe führender Mitglieder gefasst oder getötet. (APA/dpa)

TT-ePaper gratis testen und eines von drei E-Bikes gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Schlagworte