Ärztekammer Burgenland und BGKK bei Honorarverhandlungen einig

Eisenstadt (APA) - Ärztekammer und Burgenländische Gebietskrankenkasse (BGKK) haben sich bei ihren Honorarverhandlungen auf eine neue, dreij...

Eisenstadt (APA) - Ärztekammer und Burgenländische Gebietskrankenkasse (BGKK) haben sich bei ihren Honorarverhandlungen auf eine neue, dreijährige Vereinbarung geeinigt. Den Abschluss, mit dem die Inflation abgegolten und zusätzliche medizinische Leistungen ermöglicht werden sollen, bewerteten am Montag in Eisenstadt die Vertreter beider Institutionen positiv.

„Das bedeutet unterm Strich, dass die burgenländischen Patienten und Patientinnen auch in den nächsten drei Jahren wie gewohnt und unverändert gegenüber den Vorjahren die niedergelassenen Ärzte, Allgemeinmediziner und Fachärzte in Anspruch nehmen können“, so der Präsident der Ärztekammer Burgenland, Michael Lang. Er sprach von einem „nachhaltigen Abschluss mit Zukunftsvisionen“.

Ziel des Abschlusses sei es gewesen, das Burgenland für Jungärzte, die sich niederlassen wollen, wieder entsprechend attraktiv zu machen, stellte Ärztekammer-Vizepräsident Michael Schriefl fest. „Wir wissen ja, dass in den nächsten zehn Jahren etwa 100 von 142 Allgemeinmedizinern mit Kassen in Pension gehen werden. Und wir müssen sehen, dass die Nachfolge sichergestellt wird“, so Schriefl.

Die Bewerberzahlen gingen „massiv“ zurück. „Wir müssen manche Stellen mehrfach ausschreiben.“ Bei einer Stelle habe man dies zehnmal tun müssen, um sie besetzen zu können, berichtete Schriefl. Vor allem im Nordburgenland, in der Nähe zu Wien, werde es schwierig, Ärzte zu finden, die Kassenstellen annehmen.

Einer der Hauptpunkte der Verhandlungen sei die wohnortnahe Versorgung der Versicherten gewesen, so BGKK-Direktor Christian Moder. Mit der neuen Vereinbarung würden auch Mittel bereitgestellt, um in die Versorgung zu investieren und in neue Leistungen, die die BGKK übernehme. Als Beispiel nannte Moder das 24-Stunden-EKG bei Internisten. Neue Leistungen gebe es auch in anderen Bereichen, Details müssten noch ausverhandelt werden.

Wesentlich sei es auch gewesen, die Primärversorgung generell weiterzuentwickeln. Mit der Ärztekammer habe man vereinbart, die Ordinationszeiten in festgelegten Praxen auf den Zeitraum von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr zu verlängern. „In bestimmten Regionen muss es für jeden Tag eine konkrete Ansprechordination für die Patienten geben, damit die wohnortnahe Versorgung gewährleistet wird“, erläuterte Moder. Weiters sollen bestimmte Leistungspakete angeboten werden, etwa eine strukturierte Diabetikerbetreuung im gesamten Burgenland.

Als „Zeichen gelebter Partnerschaft“ bewertete BGKK-Obmann Hartwig Roth die Einigung. Roth warnte vor einer „Zerschlagung“ der Landeskassen - dies würde zulasten der Patienten gehen: „Der neuen Regierung sei es ins Stammbuch geschrieben, dass nur der Interessensausgleich zwischen Zahler und Anbieter den sozialen Frieden gewährleisten kann.“