Bezirk Kitzbühel

Touristiker: „Winter ist kein Selbstläufer mehr“

© Angerer Harald

Die Touristiker im Bezirk Kitzbühel blicken zuversichtlich auf den Start der Wintersaison. Die Buchungslage ist gut, die schneearmen Winter der vergangenen Jahre haben aber Spuren hinterlassen.

Kitzbühel, Kirchberg, Hopfgarten, Fieberbrunn, St. Johann i. T. –Ein Winterstart wie schon seit vier Jahren nicht mehr – die Vorzeichen für die heurige Wintersaison sind sehr gut und das bestätigen auch die Touristiker. „Die Bedingungen sind sehr gut, die Nachfrage ist groß“, schildert Max Salcher, Geschäftsführer des TVB Brixental. Dennoch, man spüre eine gewisse Zurückhaltung bei den Gästen. „Es gilt wieder Vertrauen bei den Gästen aufzubauen, dass es im Dezember bei uns winterlich ist“, sagt Salcher. In den vergangenen drei schneearmen Wintern sei hier viel Vertrauen verloren gegangen. Nicht jenes in die Pistenqualität, „denn die war auch in den vergangenen Jahren großartig“, betont Salcher. Aber der Gast sehne sich nach dem klassischen Bild der weißen Weihnacht.

Der Wintereinbruch habe aber nicht nur Vorteile. Denn heuer liege überall Schnee, auch in tiefer gelegenen deutschen Destinationen. Damit sei die Konkurrenz größer. „Der Winter ist kein Selbstläufer mehr, wir müssen uns um die Gäste bemühen“, betont Salcher. Das unterstreicht auch Kitzbühels Tourismus-Präsidentin Signe Reisch. „Der Kuchen wird nicht größer, wir müssen daher einen größeren Anteil erzielen“, sagt Reisch. Dies sei nur mit mehr Qualität und besserem Marketing machbar.

Den Feiertagen sieht sie entspannt entgegen. „Die Gäste wissen, dass die Nachfrage über Weihnachten und Neujahr groß ist“, sagt Reisch. Daher sei die Anfrage schon früh gestartet. Wie Salcher betont auch Reisch, dass der frühe Wintereinbruch aber gut für die kommenden Winter ist. „Es spielt natürlich eine Rolle, ob Schnee bei uns liegt. Die Gäste sind heute sehr flexibel. Aber über Weihnachten ist die Schneelage nicht ganz so wichtig wie die Wochen danach“, ist Reisch überzeugt. Und auch hier sei die Buchungslage schon sehr gut. Das betont auch Salcher. Der Jänner sei ebenfalls schon gut gebucht, auch in der Woche vor dem Hahnenkammrennen.

Die „Traumverhältnisse“ dieser Tage versetzen auch Armin Kuen, Geschäftsführer beim TVB Pillerseetal, in Jubelstimmung. „Der Dezember ist so gut wie schon lange nicht mehr“, spielt Kuen auf die Buchungslage an. Jene im Vorjahr sei außerordentlich schlecht gewesen. „Zwar hatte ganz Tirol ein Minus von circa zehn Prozent zu verkraften, aber wir hatten sogar ein Minus von 25 Prozent. Dafür verantwortlich sei zum einen die unzureichende Schneelage gewesen. „Zum anderen fand im letzten Jahr kein Biathlon statt, das haben wir natürlich auch gespürt.“ Aber auch die ungünstig gelegenen Feiertage haben eine Rolle gespielt. „Der Heilige Abend fiel auf einen Samstag, somit hat sich die Anreise um ein bis zwei Tage verschoben. Heuer ist die Konstellation der Feiertage besser“, freut sich Kuen. Zudem dürfe sich die Region über die Eröffnung neuer Betriebe freuen, darunter das Hotel Kitzspitz in St. Jakob in Haus, der Sendlhof in Waidring, das neue Sporthotel Fontana sowie die Chalets des Hotels Großlehen in Fieberbrunn.

Auch wenn sich das Pillerseetal über einen guten Start in die Wintersaison freuen darf, gibt es laut Kuen auch einige Betriebe, die über die Weihnachtsfeiertage noch Kapazitäten frei hätten. „Das ist aber jedes Jahr so, oft kommen noch kurzfristige Buchungen.“

Ebenso einige freie Betten über die Weihnachtsfeiertage gibt es in der Region St. Johann. „Generell ist aber die Buchungslage bis 6. Jänner sehr gut. Wir erwarten eine große Anreise am 23. Dezember, am 26. und 27. Dezember steigt die Auslastung weiter an und über Silvester sind wir mehr oder weniger ausgebucht“, so TVB-Geschäftsführer Gernot Riedel.

Optimistisch zeigt man sich auch in der Ferienregion Hohe Salve. „Grundsätzlich waren die frühen Schneefälle sehr gut. Somit gibt es auch in Deutschland ein Wintergefühl“, sagt Stefan Astner, Geschäftsführer des TVB Hohe Salve. Die Anfragen für die Zeit über die Feiertage seien sehr gut. Wobei vor allem die Silvesterwoche die deutlich stärkere ist. (miho, aha)

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