Paralympics: Entscheidung über Russen-Ausschluss am Freitag
Pyeongchang (APA/dpa) - Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) entscheidet am Freitag, ob die Komplettsperre der russischen Behinder...
Pyeongchang (APA/dpa) - Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) entscheidet am Freitag, ob die Komplettsperre der russischen Behindertensportler verlängert wird und diese auch von den Winterspielen im Februar in Südkorea ausgeschlossen bleiben. Das IPC hatte 2016 aufgrund des Staatsdopingskandals allen Russen die Teilnahme an den Sommerspielen in Rio verboten.
IPC-Präsident Philip Craven tat im Sommer 2016 das, was sich viele damals und vor kurzem erneut auch vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gewünscht hätten. „Es war keine mutige, es war einfach nur eine richtige Entscheidung“, sagte Craven 2016. Er empfinde nichts als „Ekel, Fair Play ist das Fundament des Sports. Wenn wir damit nachlassen, sind wir erledigt.“
Das IOC lässt russische Sportler trotz des mit neuen Beweisen untermauerten Betrugssystems mit Einschränkungen unter neutraler Flagge in Pyeongchang starten. Für das IPC verkündet der neue IPC-Präsident Andrew Parsons am Freitag in London die neue Entscheidung.
Mit Craven an der Spitze wäre die Antwort wohl klar gewesen: Da das Paralympische Komitee Russlands (RPC) die für die Wiederherstellung der IPC-Mitgliedschaft geforderten sieben Schlüsselkriterien nicht erfüllt, kann es nur heißen: Gesamtausschluss. Die wichtigsten, die Wiederherstellung der Anti-Doping-Agentur (RUSADA) und die Anerkennung und Akzeptanz des McLaren-Berichts, fehlen nach wie vor.
Laut dem McLaren-Bericht waren auch Proben russischer Behindertensportler in Sotschi 2014 manipuliert worden. Die RUSADA ist nach einem Beschluss der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) von Mitte November weiterhin suspendiert. Für das IOC war das im Sommer 2016 schon kein Problem, für Craven sehr wohl.
Nur bei Erfüllung dieser Bedingungen könnten russische Sportler in Südkorea starten, sagte etwa Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behindertensport-Verbandes. „Ansonsten gilt klare Kante, ohne Wenn und Aber.“ Wenn Nachweise nicht gebracht würden, dass der Anti-Dopingkampf korrekt laufe, gebe es keine Alternative. „Deshalb haben nach meiner Meinung weder das Internationale Olympische noch das Paralympische Komitee einen Handlungsspielraum, wenn sie nicht die eigenen Regeln verwässern wollen“, sagte Beucher.
Für eine erneute Kollektivstrafe könnten neue Erkenntnisse der WADA sprechen. Denn das russische Sportministerium soll das Moskauer Doping-Kontrolllabor jahrelang angewiesen haben, zahlreiche verdächtige Testproben nicht an die WADA weiterzuleiten.