Kampf gegen Landminen: „Wir können diese Welt ändern“

Wien (APA) - Das 16. Vertragsstaatentreffen der Antipersonenminenkonvention ist am Montag im Vienna International Centre (VIC) eröffnet word...

Wien (APA) - Das 16. Vertragsstaatentreffen der Antipersonenminenkonvention ist am Montag im Vienna International Centre (VIC) eröffnet worden. Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams von der „Internationalen Kampagne gegen Landminen“, laut der 2016 mindestens 2.089 Menschen durch Landminen ums Leben kamen, plädierte bei der Eröffnungs-Pressekonferenz dafür, den Kampf gegen Antipersonenminen fortzusetzen.

„Wir können diese Welt verändern“, wenn wir die Macht aus der Hand weniger Staaten nehmen würden, sagte die US-Amerikanerin. Fortschritte könne es nur geben, „wenn man sich vom Sitz erhebt und die Dinge ändert“, bekräftigte Williams, die den Namen ihres Präsidenten lieber nicht in den Mund nehmen wollte.

Der Präsident des Internationalen Roten Kreuzes, Peter Maurer, betonte die Bedeutung des Vertragswerks, das nicht nur „die Verwendung einer Waffe, sondern auch deren Produktion und Weitergabe“ verbiete. 20 Jahre nach der Unterzeichnung des Vertrags, dürfe jetzt der Schwung nicht verloren gehen, denn die Zahl der Opfer nehme zu und Zivilisten würden einen hohen Tribut zahlen, so Maurer.

Prinz Mired von Jordanien berichtete, dass es Jordanien vor fünf Jahren gelungen sei, das Land ganz von Landminen zu befreien. Nun gelte es konkrete Schritte zu setzen, um die Unterstützung für die Opfer von Landminen zu verbessern.

Botschafter Thomas Hajnoczi, Leiter der ständigen Vertreter Österreichs bei den Vereinten Nationen in Genf, betonte, dass es keine internationalen Verträge geben würde, „wo alle Staaten mitmachen“. Dennoch würden viele Staaten, die nicht Mitglied der Konvention sein, diese respektieren. So hätten die Vereinigten Staaten etwa aufgehört, selber Landminen zu produzieren, so Hajnoczi.

Vor 20 Jahren war der Vertrag über ein Verbot von Antipersonenminen in Ottawa, Kanada, verhandelt und unterzeichnet worden. Jedes Jahr finden dazu Treffen der nunmehr 162 Vertragsstaaten statt, die für die Überprüfung des Übereinkommens zuständig sind. Österreich führt den Vorsitz beim 16. Vertragsstaatentreffen in Wien, das bis Donnerstag dauert. Ziel ist eine Welt, frei von Minen bis 2025.