Hundehalter müssen in Wörgl tiefer in die Tasche greifen
Die Stadt Wörgl erhöht die Hundesteuer von 44 auf 120 Euro. Für manchen Mandatar eine Indexanpassung, für andere „Geldbeschaffung“.
Von Wolfgang Otter
Wörgl –120 Euro jährlich muss ein Hundehalter in Wörgl künftig für seinen ersten Hund in einer Familie bezahlen, der zweite kostet dann 80 Euro, ein Wach- bzw. Diensthund belastet mit 40 Euro die Haushaltskasse. So war die Stadt Wörgl bis jetzt eher billig für Hundehalter. Für den ersten Hund wurden 44 Euro, für den zweiten 65 Euro verlangt.
Nicht nur die satte Erhöhung sorgte für Diskussionen im Wörgler Gemeinderat, sondern auch die Aufteilung der Steuer. Bislang war der erste Hund immer billiger, „es handelt sich dabei um den Familienhund. Viele Menschen halten sich auch einen Hund, damit sie nicht einsam sind“, erinnerte GR Andreas Taxacher (Team Wörgl) an den Hintergrund. Er konnte der Neuregelung nichts abgewinnen. Der zweite Hund, so Taxacher, ginge dann schon oft in Richtung Zucht, und war daher auch zu Recht teurer.
Tatsächlich war eigentlich der Vorschlag der Abteilung Finanzen und Controlling ganz anders: Vorgesehen wäre gewesen, für den ersten Hund 80 Euro und für den zweiten und jeden weiteren 120 Euro zu verlangen. Ein Antrag von Vizebürgermeister Mario Wiechenthaler (Freiheitliche Wörgler Liste/FWL) stellte schließlich alles auf den Kopf. Er wollte den ersten Hund teurer besteuern, sein Antrag erhielt letztlich auch mehrheitlich die Zustimmung. Auch wurde darauf hingewiesen, dass es bei der Hundesteuer seit Jahren keine Indexanpassung mehr gegeben habe. Für GR Richard Götz (Grüne) war das nur eine Ausrede, „es geht um reine Geldbeschaffung“, kritisierte er.
Mit 120 Euro liegt Wörgl bei der Hundesteuer nun weit über der Gebühr in der Stadt Kufstein. Dort bezahlt man 50 Euro für den ersten Hund, für jeden weiteren 75 Euro und für Wachhunde 25 Euro, wie auf der Homepage zu erfahren ist. Zum weiteren Vergleich: In Kramsach bezahlt man aktuell 90 Euro pro Hund (Wachhund 20 Euro). Bad Häring verlangt für den ersten Hund 84,63 Euro, der zweite und jeder weitere würde dann aber bereits 126,95 Euro kosten, der Diensthund fällt mit 45 Euro an.