Luftzwischenfall mit Südkorea: China verteidigt „Routineübung“
Peking/Seoul (APA/dpa) - Nach einem Luftzwischenfall mit Südkorea hat Chinas Luftwaffe von einer „Routineübung“ gesprochen. Militärsprecher ...
Peking/Seoul (APA/dpa) - Nach einem Luftzwischenfall mit Südkorea hat Chinas Luftwaffe von einer „Routineübung“ gesprochen. Militärsprecher Shen Jinke bestätigte am Montag zugleich, dass zwei chinesische Bomber, zwei Kampfflugzeuge und ein Aufklärungsflugzeug zum ersten Mal über der Tsushima Straße im Japanischen Meer zwischen Südkorea und Japan geflogen seien.
Südkoreas Streitkräfte protestierten gegen eine Verletzung der südkoreanischen Luftverteidigungszone, in der sich fremde Flugzeuge identifizieren müssen. Kampfflugzeuge seien aufgestiegen und hätten „normale taktische Maßnahmen“ ergriffen, bis die chinesischen Flugzeuge das Gebiet wieder verlassen hätten, berichtete der Generalstab in Seoul nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap.
Der chinesische Militärsprecher berichtete, das Training sei in Übereinstimmung mit internationalem Recht gewesen. Die Tsushima Straße gehöre nicht zu Territorialgewässern. Nach der Seerechtskonvention habe jedes Land dort das Recht auf freie Navigation und freien Überflug. Er bestätigte eine „Einmischung ausländischer Militärflugzeuge“ bei der Übung.
Der Militärsprecher bestätigte, dass China jüngst eine Reihe von seegestützten Kampfübungen „in Vorbereitung auf Krieg“ unternommen habe. Die Manöver erfolgen vor dem Hintergrund der gewachsenen Spannungen mit Nordkorea, werden aber auch im Zusammenhang mit einem selbstbewussteren Auftreten der chinesischen Luft- und Seestreitkräfte angesichts der Streitigkeiten Chinas mit Nachbarn über Inseln im Ost- und Südchinesischen Meer gesehen.