Kombination: ÖSV-Team hat arbeitsreiche Weihnachtspause vor sich

Ramsau (APA) - Die Zufriedenheit im ÖSV-Lager hielt sich nach dem Heim-Weltcup-Wochenende in der Ramsau in Grenzen. 16 bzw. 8 als die besten...

Ramsau (APA) - Die Zufriedenheit im ÖSV-Lager hielt sich nach dem Heim-Weltcup-Wochenende in der Ramsau in Grenzen. 16 bzw. 8 als die besten Ränge durch Lukas Klapfer waren bei den Nordischen Kombinierern eine magere Ausbeute. Auch wenn die WM-Schanze von 1999 der kleinste Bakken im Weltcupzirkus ist und das wahre Leistungspotenzial nicht widerspiegelt: Die Weihnachtspause wird eine arbeitsreiche werden.

Am klarsten sprach dies fast Youngster Franz-Josef Rehrl an. Der Lokalmatador, der sich für das Wochenende eine Top-5-Platzierung vorgenommen hatte, verpulverte am Samstag in der Loipe nach dem achten Sprungrang seine Energie in der Loipe zu früh und wurde auf Rang 27 durchgereicht. Am Sonntag wurde er als 13. immerhin zweitbester ÖSV-Mann. „So kann es nicht weitergehen mit einem achten und 13. Platz als beste Österreicher“, sprach Rehrl das Sonntag-Ergebnis an. „Wir sind immer gute Kombinierer gewesen und da wollen wir auch wieder hin“, gab er sich kämpferisch.

ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen weiß von viel bevorstehender Arbeit, beunruhigt ist er aus verschiedenen Gründen aber nicht. „Gerade bei den jungen Athleten ist es normal, dass sie Schwankungen haben. Wie man sieht, brauchen wir den Gruber Bernie und ich hoffe, dass er dann wieder bald bei uns ist“, sprach der Coach das Fehlen des Ex-Weltmeisters ebenso an wie jenes von David Pommer (im Vorjahr in der Ramsau 6. und 10.). Und Mario Seidl hat sich dieses Jahr mit der Normalschanze nicht zurechtgefunden.

Sowohl im Individualtraining bis Weihnachten, als auch in einem Trainingskurs ab 27.12. in Villach und Planica wird nun an der Form gefeilt werden. „Lieber jetzt als Mitte Jänner oder kurz vor den Olympischen Spielen. Wir haben jetzt was zu tun, ich freue mich auch drauf. Das ist das Schöne, dass man arbeiten kann und auch muss. Es wird uns sicher nicht langweilig“, prophezeite Eugen. Auf größeren Schanzen gibt es für die sprungstärkeren Kombinierer wie Seidl, Willi Denifl und den bald zurückkehrenden Bernhard Gruber weit mehr herauszuholen.

Der erst verspätet in den Weltcup eingestiegene Lukas Klapfer tastet sich nach einer verpatzten vergangenen Saison wieder in Richtung Weltspitze. „Es sind alle Sachen da, die es braucht: ich kann gut Skispringen und gut Langlaufen und ich glaube, darauf kann man aufbauen. Meine Achillesferse ist die letzte Runde, wo attackiert wird. Da muss ich zulegen“, weiß der Steirer und fügt hinzu: „Es hat sicher jeder genug Arbeit über die Weihnachtsferien und wir werden die Zeit sicher gut nutzen.“

Für Eugen kommt die wichtigste Phase erst jetzt: „Die nächsten Wochen sind sehr entscheidend. Man wird sehen, wer das aushält, es ist doch eine nervliche Anspannung“, meint er auch bezüglich in allen Köpfen vorhandener Olympia-Ziele.

Nicht beunruhigen von den Rängen 20 und 19 in Ramsau ließ sich auch Routinier Wilhelm Denifl. „Übers Wochenende bin ich platzierungsmäßig nicht zufrieden, aber vom Gefühl her bin ich es schon. Ich weiß, wie ich das einzuschätzen habe“, spielte der Stubaier, als Gesamt-Zwölfter aktuell bester ÖSV-Mann im Weltcup, auch auf die kleine Schanze an.

Ehe es im Weltcup am 6./7. Jänner in Otepää (Estland) wieder auf einer Normalschanze weitergeht, freuen sich die Sportler aber auch auf die Familienzeit zu Weihnachten. Der seit fünf Jahren im steirischen Weißkirchen lebende Denifl wird ebenso weiße Weihnachten feiern wie der Ramsauer Rehrl. Der 24-Jährige hat den Luxus, sich über die stimmungsvolle Atmoshphäre nicht sorgen zu müssen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich einmal im Dreck gespielt hätte“, meinte Rehrl lachend. „Wir haben oft auch noch weiße Ostern.“