Koalition - Cornelius Obonya: „Man muss wirklich achtsam sein“

Wien (APA) - Kritisch zeigte sich am Montag Burgschauspieler Cornelius Obonya angesichts der Angelobung der neuen ÖVP-FPÖ-Regierung. Wenn „d...

Wien (APA) - Kritisch zeigte sich am Montag Burgschauspieler Cornelius Obonya angesichts der Angelobung der neuen ÖVP-FPÖ-Regierung. Wenn „der gesamte Sicherheitsbereich in der Hand einer Partei ist, ist es fast schon müßig, über Kultur zu reden“, wie er gegenüber der APA sagte. „Man kann nur sagen, dass man wirklich achtsam sein muss.“

„Und wir hoffen auch alle, achtsam sein zu können und dass dieses Land sich nicht verschiebt in eine Art von einem einzigen Brei, wo es nur mehr darum geht, entweder möglichst neoliberal Geld zu machen oder - das ist mir viel wichtiger - dass dieser Staat einfach zumacht und in seiner Offenheit, die er mal hatte, sukzessive 20 Jahre zurückgebombt wird hinter die Entwicklung, wo wir jetzt eigentlich mühevoll stehen.“

Für Danielle Spera, Direktorin des Jüdischen Museums Wien, ist die Beibehaltung des Stellenwerts der Kultur in einem eigenen Ressort das Wichtigste, wie sie im APA-Gespräch sagt. Wichtig sei hervorzuheben, „dass die Kultursituation in diesem Land auf einem sehr, sehr hohen Niveau funktioniert“. Falls es Nachbesserungsbedarf gebe - und das habe man auch im „Weißbuch“ festgehalten -, „geht es um Nachjustierungen und nicht um große Würfe. Die haben wir bereits“, verweist Spera auf die „fantastische Museen-, Theater- und Opernlandschaft, die sich international sehen lässt“. Das Wesentliche sei, den Fokus daraufzulegen, „dass das so beibehalten wird und kein Sparkurs gefahren wird, sondern versucht wird, dieses Niveau absolut zu halten“.

Positiv nahm Ernst Kieninger, Direktor des Filmarchivs, auf, dass das schon lange ventilierte Projekt eines Film-Preservation-Centers im neuen Regierungsprogramm Erwähnung findet, wie er gegenüber der APA betonte: „Grundsätzlich sind wir darüber sehr erfreut, weil es ein wichtiges Projekt ist.“ Das Ziel müsse nun sein, in vertrauensvollen Gesprächen in die Umsetzungsphase zu kommen. Die umfangreichen Studien zum Standort Laxenburg gebe es schließlich schon seit längerem. „Es ist wünschenswert, dass es hier eine gute Gesamtlösung gibt, die auch das Filmmuseum einbindet“, so Kieninger, der auf die gute Gespräche mit dessen neuem Leiter Michael Loebenstein verweist. Allgemein vermisse er das Thema der automatischen Valorisierung der Kultursubventionen, deren Fehlen den Institutionen das Leben schwer mache: „Was wir uns wünschen würden, wäre, diesen Aspekt des Budgets klarer zu formulieren. Wir haben hier international Aufholbedarf.“

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