Memorial-Mitgründer Roginski in Russland gestorben

Moskau (APA/dpa) - Einer der Gründer der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, Arseni Roginski, ist im Alter von 71 Jahren gestorb...

Moskau (APA/dpa) - Einer der Gründer der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, Arseni Roginski, ist im Alter von 71 Jahren gestorben. „Arseni Borissowitsch war für alle wie ein Verwandter“, sagte Oleg Orlow aus der Führung der Gruppe am Montag in Moskau. Roginski sei nicht nur intelligent, sondern auch weise gewesen. „Er war ein Anführer, unser Anführer“, sagte Orlow der Agentur Interfax. „Für uns ist Memorial mehr als nur eine Organisation, mehr als nur ein Arbeitsplatz.“

Roginski wurde am 30. März 1946 in Welsk im Norden Russlands geboren. Der Historiker wurde 1981 wegen Dokumentenfälschung zu vier Jahren Lagerhaft verurteilt. Später wurden die Anschuldigungen zurückgenommen, 1992 wurde er rehabilitiert. Ende der 1980er-Jahre gehörte er zu den Gründern von Memorial.

Unter dem Namen Memorial vereinen sich Dutzende Organisationen, die sich den Menschenrechten und einer Aufarbeitung der Verbrechen unter dem Sowjet-Diktator Josef Stalin verschrieben haben. Die russische Regierung stuft Memorial als „ausländischen Agenten“ ein, weil die Gruppe Geld aus dem Ausland erhält. Dies macht die Arbeit der Organisation schwieriger.