Kitzbühel schafft mehr Platz für die Senioren
Das Gesundheitszentrum wird um ein Geschoß erweitert und auch der dritte Stock im Altenheim muss erneuert werden.
Von Harald Angerer
Kitzbühel –„Die Pflege ist das große Thema, welches uns die nächsten Jahre beschäftigen wird“, sagte Bürgermeister Klaus Winkler bei der Kitzbüheler Gemeinderatssitzung am Montagabend. Der Pflegebedarf steigt, Personal ist immer schwieriger zu bekommen und mit dem Wegfall des Pflegeregresses steigen die Kosten noch einmal stärker an. Aber auch die Infrastruktur muss angepasst werden. Dazu erweitert Kitzbühel nun den so genannten Gesundheitshügel.
Dort befindet sich neben der Vamed-Reha auch das Gesundheitszentrum (GSZ) und das Altenheim der Stadt Kitzbühel. Beim GSZ soll nun mehr Platz geschaffen werden. Geplant ist, das Gebäude um einen Stock zu erhöhen. Beim Altenwohnheim entspricht der dritte Stock nicht mehr den Anforderungen und muss ebenfalls erneuert werden. Hier soll der dritte Stock so gebaut werden, dass auch eine Aufstockung um einen weiteren Stock möglich ist. Zudem wird die Brücke, welche das Altenheim mit dem GSZ verbindet, angehoben und ein neues Stiegenhaus mit Lift angebaut.
Verwirklicht wird das Ganze von der Tigewosi im Baurecht. Der notwendige Baurechtsvertrag und der Bestandsvertrag mussten am Montag vom Gemeinderat abgesegnet werden. Vorgesehen ist, dass die Tigewosi die Neubauten übernimmt und die Stadt diese Flächen dann wieder anmietet. Sie gehen aber nicht in das Eigentum der Tigewosi über, sondern sind an den gemeinnützigen Wohnbauträger nur mittels Baurecht vergeben.
Die Kosten für das Projekt betragen nach einer ersten Kostenschätzung 7,42 Millionen Euro, welche die Tigewosi mit Fördermitteln , Eigenmitteln und einem Darlehen vorfinanziert; die Stadt mietet die Flächen für etwa 25.000 Euro brutto im Monat an. Sobald das Darlehen, mit dem die Tigewosi einen Teil finanziert, nach 30 Jahren abgelaufen ist, wird auch die Miete für die Stadt deutlich geringer. Der Baurechtsvertrag wurde auf 2070 abgeschlossen, dann gehen die Gebäudeteile an die Stadt über.
Im zusätzlichen Stock des Gesundheitszentrums sollen insgesamt 17 Personalwohnungen entstehen. „Es ist generell schwierig, in der Pflege Personal zu bekommen, bei den Wohnungspreisen in Kitzbühel ist das noch einmal schwieriger“, schildert der Leiter des Altenwohnheims Kitzbühel, Karl Hauser, die Gründe für die Errichtung der Wohnungen. Zudem sind acht Wohnungen für betreubares Wohnen vorgesehen. Im Altenheim wird die Anzahl der Zimmer gleich bleiben. Durch den möglichen vierten Stock wären aber noch einmal 15 bis 17 Zimmer möglich. Derzeit gäbe es dafür aber noch keinen Bedarf.
Zustimmung gab es für das Vorhaben auch von der Opposition und Gemeinderat Manfred Filzer (Unabhängige Kitzbüheler) betonte, er sei froh, dass das Projekt nun so umgesetzt werden könne. Denn wäre das Gesundheitszentrum, wie im Jahr 2013 geplant, verkauft worden, wäre nun eine solche Erweiterung nicht mehr möglich gewesen. Beiden Verträgen wurde einstimmig die Zustimmung erteilt.