Diskussion um Kanalanschluss in Kirchdorf
Kanal für Wohlmuting und Taxerau: Gemeinderäte fordern eine Entschädigung für jene Haushalte, die sich zuvor eine biologische Kläranlage angeschafft haben.
Kirchdorf –Seit vielen Jahren wird in Kirchdorf über einen Kanalanschluss in den Bereichen Wohlmuting und Taxerau diskutiert – so auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung, als es um die Vergabe der Planungsarbeiten an das Büro Peter Pollhammer ging.
Als Erstes wollte Johann Oberleitner (Vereinte Liste für Kirchdorf-Erpfendorf-Gasteig) wissen, ob jene Haushalte, die sich zuvor eine biologische Kläranlage angeschafft haben, entschädigt werden. „Vor einigen Jahren wurde den Hausbesitzern gesagt, dass kein Kanalanschluss kommt.“ Daraufhin hätten vier von ca. 30 bis 40 Haushalten Eigeninitiative ergriffen und sich eine biologische Kläranlage besorgt. „Meiner Meinung nach steht die Gemeinde in ihrer Schuld und sie sollten eine Ermäßigung bei den Erschließungskosten bekommen.“ Denn jene, die sich eine solche Anlage buchstäblich gespart hätten, seien nun die Nutznießer. Auch Hans Hinterholzer (Freie unabhängige Gemeindeliste) sprach sich für eine Entschädigung aus.
Josef Heim, Obmann des Kanal-, Wasser- und Wegausschusses, konnte Oberleitners Argument nachvollziehen. „Du hast sicher Recht, hier ist eine Ungerechtigkeit da. Aber wir müssen uns die Frage stellen, ob wir diesen Zustand halten wollen oder ob wir das Problem lösen.“ BM Gerhard Obermüller betonte, dass die Erschließung eine Chance sei. Ob er eine Entschädigung ebenso gutheißt, ließ er offen.
Zudem müsse man erst mit dem Land Tirol abklären, ob das Projekt überhaupt durchführbar ist, da die Retentionsflächen im Hagertal betroffen sind. Dass die Abstimmung mit dem Land erst nach der Vergabe der Planungsarbeiten erfolgen soll, löste bei Franz Wiesflecker (Bürgermeisterliste) Unverständnis aus . „Und was, wenn das Land sagt, dass es nicht geht?“ „Diese Frage haben wir uns im Ausschuss nicht gestellt“, antwortete Josef Heim. Vize-BM Gerald Embacher wies darauf hin, dass es mehrere Varianten gebe. Jenes Angebot (Planung, Einreichprojekt, örtl. Bauaufsicht usw.) des Büros Peter Pollhammer sei mit 50.000 Euro lediglich das günstigste. Die Gesamtkosten wurden mit ca. 500.000 veranschlagt. Am Ende der Diskussion wurde bei der Auftragsvergabe der Zusatz hinzugefügt, dass das Büro Pollhammer mit dem Land abklären müsse, ob das Projekt in Einklang mit dem Hagertal zustande kommen kann. (miho)