Mittelgebirge sucht erneut Lösung für Verkehrsproblem
Die Gemeinden des westlichen Mittelgebirges wollen den Verkehr neu regeln. Entgegen alten Konzepten soll das nicht zulasten von Birgitz gehen.
Von Denise Daum
Axams, Birgitz –Seit Jahren beschäftigt die westlichen Mittelgebirgsgemeinden das Verkehrsproblem. In regelmäßigen Abständen wurden Lösungsansätze thematisiert. Immer wieder kam auch die Idee einer Umfahrungsstraße auf den Tisch. Nun haben die sechs Gemeinden im Planungsverband einen Grundsatzbeschluss gefasst, das Thema Verkehrskonzept neu und vor allem gemeinschaftlich anzugehen.
Planungsverbandsobmann und Axamer Bürgermeister Christian Abenthung betont, dass der Prozess ergebnisoffen gestartet wird und eine Umfahrungsstraße nicht zwingend Teil der Lösung sein muss. Die würde vor allem die Gemeinde Birgitz treffen. „Dass Birgitz hier Bedenken hat, ist klar. Immerhin wäre das ein Eingriff in die schönsten Gründe der Gemeinde. Die Lösung kann keinesfalls sein, dass ein Ort die Hauptlast trägt.“ Aktuell tragen die Gemeinden Birgitz und Götzens die Hauptlast des Durchzugsverkehrs. Auf der Götzner Straße wurden laut Abenthung werktags innerhalb von 24 Stunden rund 11.000 Fahrzeuge gezählt.
Der Birgitzer Bürgermeister Markus Haid bestätigt, dass das alte Umfahrungsstraßen-Konzept jedenfalls differenziert zu sehen ist. „Eine Umfahrung würde zu 80 Prozent auf unserem Gemeindegebiet und 100 Meter von der bestehenden Landesstraße entfernt liegen. Das ist natürlich nicht in unserem Interesse.“ Hinzu kommt: Eine neue Straße produziert auch immer neuen Verkehr. BM Haid zitiert eine Studie, wonach eine attraktive neue Verkehrsverbindung zwischen 4000 und 5000 Autos zusätzlich bringen würde. „Das hätte auch Folgen für die Stadt Innsbruck, wenn wieder mehr Pendler auf das Privatauto umsteigen“, ist Haid überzeugt. Für ihn ist deshalb klar, dass es eine Lösung des Verkehrsproblems nur in Zusammenarbeit mit der Stadt Innsbruck geben kann.
Das Land Tirol wurde bereits ins Boot geholt. Die Verkehrsabteilung holt nun Angebote für die Erstellung eines Verkehrskonzeptes für die Region ein.
In den vergangenen zehn Jahren war nach ersten Erhebungen des Landes Tirol eine Verkehrssteigerung von etwa sieben Prozent zu verzeichnen. Tendenz steigend. „Allein in Axams gehen unsere Prognosen von einer Steigerung der derzeit knapp über 6000 Einwohner auf mindestens 7500 Einwohner im Jahr 2030 aus“, erklärt BM Abenthung.