„Es ist bei jedem Lokal anders und Knochenarbeit“
Auf und zu, wieder auf und wieder zu: In der Schwazer Innenstadt ist viel Bewegung. Zumindest was die Belegung der leerstehenden Lokale angeht.
Von Eva-Maria Fankhauser
Schwaz –Und wieder steht ein Geschäft in der Schwazer Innenstadt leer. Die nächsten zwei folgen in Kürze. Dennoch zieht man seitens des Leerflächenmanagements (oder auch Potentialflächenmanagement) eine positive Bilanz am Jahresende.
„Wir haben jetzt mehr Einfluss auf die Art der Besetzung und können mit dem Potentialflächenmanagement vom Stadtmarketing einiges an Erfolgen vorweisen. Wir arbeiten aber stetig an weiteren Umsetzungen wie einer Gastronomie am Stadtplatz oder einem Geschäft am Pfundplatz“, sagt Stadtmarketing-Chef Manfred Berkmann. Seit Jänner dieses Jahres ist das Potentialflächenmanagement mit Andreas Jenewein im Einsatz. Eine der größten Herausforderungen sei es laut ihm, früh genug Initiativen zu setzen. „Wir erfahren manche Schließung erst gar nicht, da ist es schwer, langfristig zu handeln“, sagt Jenewein. Zudem wolle mancher Besitzer die Nachmietung selbst in die Hand nehmen.
Im November hat das Lokal „Liebe Isst“ geschlossen. Bald folgen auch ein Schuhgeschäft und die Obstoase. Neu eröffnet haben im Gegenzug vor Kurzem zwei Geschäftslokale. „Es ist laufend Bewegung in der Innenstadt“, sagt Jenewein. Das gehöre einfach dazu. Wirtschaftsreferent Martin Wex ist vor allem über die „Vollbelegung“ in der Wopfner- und Andreas-Hofer-Straße erfreut. Er bleibt aber auch dabei: „Der Tagestourist muss in Schwaz eine Wertigkeit bekommen.“ Ein Konzept dazu sei in der Ausarbeitung, mehr wolle aber er noch nicht verraten.
Laut Jenewein solle im Jänner beim Wolf-Haus die bereits heißersehnte „Eis-Café-Diele“ kommen. Auch der Rathausinnenhof wurde wieder mit einem Gastronomen besetzt und für das Restaurant „Liebe Isst“ sowie das Lokal am Stadtplatz führe man Gespräche mit Interessenten. Nur die Innsbrucker Straße macht Jenewein Sorgen. „Dort ist es für uns schwierig. Die Eigentümer wollen die Geschäfte selbst wieder besetzen, ohne unsere Hilfe,“ sagt er. Das leerstehende Lokal, wo früher Benetton war, soll künftig von einer Zahnärztin belegt werden. „Plötzlich ist nicht mehr die Franz-Josef-Straße unser Sorgenkind. Das hat sich schon etwas gedreht im Laufe des Jahres. Manchmal ändern sich eben auch die Dynamik, die Art der Geschäfte und die Zufriedenheit der Betreiber in einer Straße“, erklärt Jenewein. Die Innsbrucker Straße entwickle sich mehr in den Dienstleistungsbereich.
„Wir haben nicht alle Probleme in der Innenstadt gelöst. Es ist bei jedem Lokal anders und eine Knochenarbeit“, sagt er. Dennoch sei man stets bemüht und die Anstrengungen würden sich lohnen.