Tirol

Streifen verhindern Großansiedelung in Reutte

Zwischen Bahnlinie, Ragg, EWR und Lutterottistraße erstreckt sich das Gewerbegebiet.
© Gemeinde Reutte

Die Streifenparzellierung im Großfeld verhinderte laut BM Oberer die Ansiedelung eines Großunternehmens.

Von Helmut Mittermayr

Reutte –500 (entgangene) Arbeitsplätze – Bürgermeister Alois Oberer war die Enttäuschung in der vergangenen Gemeinderatssitzung ins Gesicht geschrieben. Ein großes Unternehmen habe sich in Reutte ansiedeln wollen, schlussendlich den benötigten Gewerbegrund aber nicht bekommen, ließ der Marktchef die Mandatare an seinem Wissen teilhaben. Dabei sei im Mühler Feld genug Grund gewidmet. Im südwestlichen Teil, dem so genannten Großfeld, erstreckt sich entlang der Bahngeleise zwischen den E-Werken, Recycling Ragg und Lutterottistraße ein großes Gewerbegebiet auf 42.000 m². Das Unternehmen, das Oberer nicht nennen wollte, hätte die gesamte Fläche auf einen Schlag gekauft. Und in der Endausbaustufe 500 Arbeitsplätze in Aussicht gestellt.

Das Problem: Nicht die Kommune, sondern viele Private sind Grundbesitzer. Alles sei in kleinen Streifen parzelliert. Und bei jedem Erbfall würden die Bänder noch schmäler, erläuterte Oberer. Der Marktchef, der die Chance für Reutte sah, machte sich auf den Weg, um mit jedem der acht Grundbesitzer persönlich zu verhandeln. „Leider habe ich nicht die Zustimmung von allen erhalten. Ich bin niemandem böse, natürlich ist das die eigene Entscheidung eines jeden“, sagte der Bürgermeister.

Für Alois Oberer lässt diese Situation der nichtverwertbaren Gründe für die Zukunft zwei Vorgangsweisen zu: „Entweder spricht man noch einmal mit allen Grundbesitzern oder der Gemeinderat widmet sich der Problematik intensiv.“ Auf die TT-Frage, ob der Marktchef damit auch eine Rückwidmung meinen könnte, erklärte Luis Oberer, dass auch dies theoretisch möglich sei.

Erneut war ihm wichtig zu deponieren, dass er nicht die Grundbesitzer beschuldige. Sie seien bei der Widmung 1980 auch gar nicht gefragt worden. „Aber so war es ein Wahnsinn, diese Widmung überhaupt durchzuführen. Das lähmt uns jetzt total. Man muss sicherstellen, dass bei einer derartigen Widmung alle Gründe in eine Hand kommen.“ Im Vorfeld müsste die Bereitschaft der Eigentümer zur Veräußerung abgeklärt werden. Sonst mache eine Gewerbegebietswidmung keinen Sinn. „Diese Streifen kann niemand nutzen.“

Zustimmung zu den Erläuterungen Oberers kam auch von GR Ernst Hornstein: „Zuerst muss man reden, bevor man widmet.“ Seine Überlegung zur Linz Textil als mögliche Ausweichfläche relativierte Oberer allerdings: „Der Grund gehört uns nicht.“

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