Standort Tirol

Weiße Weihnacht beschert volle Betten in Tirol

Eine Schneedecke zu Weihnachten hat es schon lange nicht mehr gegeben. Diese bringt heuer wieder mehr Gäste nach Tirol.
© Böhm

Die günstig gelegenen Feiertage und die Schneedecke sorgen in vielen Tiroler Ferienregionen für ein zweistelliges Nächtigungs- und Umsatzplus. Auch für die gesamte Saison herrscht Optimismus unter den Touristikern.

Innsbruck –In den vergangenen beiden Jahren wollte angesichts des Schneemangels in den Tiroler Ferienregionen nur verhaltene Weihnachtsstimmung aufkommen. „Heuer ist der erste Winterbeginn, der wieder sehr gut ausschaut“, sagt Helga Freund, Chefin der des Landesverkehrsbüros und des Reiseveranstalters Eurotours.

„Aus unserer Sicht liegen wir bei den Nächtigungen mehr als zehn Prozent über dem Vorjahr und beim Umsatz gute 18 Prozent“, beschreibt Freund die Buchungslage über die Weihnachtsfeiertage und Silvester in Tirol. Über Weihnachten seien zwar in fast allen Regionen noch freie Zimmer zu bekommen, aber zu Silvester seien die Gästebetten in vielen Orten bereits ausgebucht. Das bestätigt auch ein Rundruf der TT in den Ferienregionen.

„Wir bekommen immer noch sehr viele Anfragen rein, müssen aber vielen auch absagen, weil wir keine Freimeldungen mehr haben“, weiß Stefanie Roth, Pressereferentin des TVB Tannheimer Tal. Die jüngsten Schneefälle hätten die letzten verbliebenen freien Betten gefüllt. Auch in der Zugspitz Arena sei die Lage „sehr erfreulich“, sagt TVB-Chefin Petra Fraune.

In den großen Tourismusgebieten im Ötztal und im Pitztal lässt die geschlossene Schneedecke die Stimmung angesichts der kurzen Wintersaison aufleben. „Wir hätten zwar auch den Gletscher, aber es kommt uns schon zugute, wenn es überall Schnee hat“, sagt der Geschäftsführer des TVB Pitztal, Gerhard Gstettner. Die Hotels würden Weihnachten und Silvester bereits eine „sehr gute Auslastung“ melden, nur im Jänner gibt es eine schwächere Woche. Die sieht man im Ötztal weniger. „Das einstige Jännerloch“ sei nämlich durch russische Weihnachtsgäste „zu einer Jänner-Delle geworden“, sagt der Ötztaler Tourismus-Direktor Oliver Schwarz. Vom einstigen Russen-Boom ist man jedoch weit entfernt: „Wir sind von 120.000 auf 70.000 Nächtigungen zurückgefallen – heuer möchten wir wieder auf 80.000“, so Schwarz. „Die Quantität ist ziemlich ausgereizt, jetzt gilt es, die Qualität zu steigern“, hofft er auf mehr Wertschöpfung und Attraktivierungen der Dörfer, etwa durch Ortskerngestaltung und eine Umfahrung für Sölden.

Die gute Schneesituation führe schließlich auch zu mehr Konkurrenz. Mehr Qualität und besseres Marketing seien deshalb zentral für die Touristiker, erklärt auch Signe ­Reisch, Tourismuspräsidentin in Kitzbühel. „Der Kuchen wird nicht größer.“

Nach den schneearmen Wintern seien die Gäste zuletzt vorsichtiger geworden. „Sie buchen nur noch sehr kurzfristig“, erklärt der Tourismusdirektor von St. Anton, Martin Ebster, der von „gewaltigen Verhältnissen wie schon lange nicht mehr“ schwärmt. Diese Bilder vom Tiefschnee und von verschneiten Hängen würden zu hohen Zugriffszahlen in den sozialen Netzwerken führen. „Das wollen die Leute sehen“, so Ebster. Solche Bilder stimmen auch den TVB Osttirol „sehr hoffnungsvoll“, besonders angesichts einer „guten Buchungslage“ über die Feiertage, die TVB-Chef Franz Theurl verkündet. Ein weiterer Grund dafür sei die günstige Ferienkonstellation, sagt Josef Schirgi, TVB-Geschäftsführer für Serfaus-Fiss-Ladis. „Die Gäste reisen diese Woche am Freitag und Samstag an.“ Dementsprechend seien auch die Stimmung und die Buchungslage deutlich besser als im Vorjahr. Die Schneelage bringe auch wieder mehr Einheimische ins Skigebiet.

Die Entzerrung der Schulferien in Deutschland und den Niederlanden sorge auch für eine gute Buchungslage im Jänner und Februar, erklärt Lukas Krösslhuber, TVB-Chef am Wilder Kaiser. Dass es zu Weihnachten noch freie Betten gebe, sei der Preisgestaltung und Aufenthaltsdauer geschuldet. Die Betriebe hielten an Hochsaisonpreisen und Mindestaufenthaltsdauer fest. „Das ist gut so, früher wurde oft noch der Preis stark gesenkt, damit man noch Buchungen bekommt“, sagt Krösslhuber.

Auch in und um Innsbruck, etwa im Kühtai und im Mittelgebirge, ist man mit der Buchungslage sehr zufrieden, teilweise ist man sogar ausgebucht. Die Stadt rüstet sich gleich nach Weihnachten für den Jahreswechsel mit dem Bergsilvester. „Hier ist die Auslastung auch in diesem Jahr sehr zufriedenstellend“, sagt TVB-Chefin Karin Seiler-Lall. (wo, pascal, fasi, ecke, hwe, mr, co, aha)