Bob/Skeleton

Keine Bilanz? Bobverband rutscht aus

ÖBSV-Präsident Roman Schobesberger.
© Thomas Boehm / TT

Das Land beauftragte einen Wirt-schaftsprüfer mit einer Prüfung. Ohne Bilanz sieht er sich dazu nicht in der Lage. Der Bobverband widerspricht.

Von Peter Nindler

Innsbruck –Seit Wochen schlingert der Bob- und Skeletonverband finanziell durch den Eiskanal. Doch die Wahrnehmungen dazu sind höchst unterschiedlich. Offenbar fehlen rund 500.000 Euro, um die Weltcup- und Olympiasaison zu beenden. Bobverbandspräsident Roman Schobesberger bestätigt zwar die angespannte Lage, „aber wenn die versprochenen Förderungen von Bund, Land Tirol und Stadt Innsbruck endlich fließen, passt es wieder.“

Schobesberger verweist darauf, dass der Jahresabschluss von März 2015 bis März 2016 ausgeglichen gewesen sei. „Die Altlasten wurden mit massiven Einsparungen abgebaut.“ Doch das Problem dürfte die letzte Bilanz 2015/2016 sein.

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Schließlich beurteilt das Land Tirol den Zustand des Bobverbands deutlich dramatischer. Zwar möchte das Land eine Sonderförderung gewähren, um den Athleten die weiteren Starts und Olympia zu ermöglichen. Doch zuvor wollte man wissen, wie es tatsächlich um den Verband stehe. Ein Wirtschaftsprüfer wurde deshalb beauftragt, seine Finanzen zu durchleuchten. Laut TT-Informationen folgte wenig später die Ernüchterung: Der Finanzexperte legte nämlich seinen Auftrag zurück, weil der Verband wortwörtlich „unprüfbar“ sei. Es gebe keine aktuelle Bilanz, weshalb er keine Expertise vorlegen könne, teilte er mit. Das Land befindet sich jetzt in der Zwickmühle. Im Hintergrund laufen bereits Gespräche, wie weiter vorgegangen werden soll.

Das alles kann Anwalt und Bobpräsident Schobesberger nicht nachvollziehen. „Ich war bei der Bilanz-Besprechung in der Vorwoche nicht dabei, weil ich beruflich verhindert war. Aber ich gehe davon aus, dass auch die Bilanz 2016/2017 passt. Die Ausgangslage hat sich nicht geändert, wir haben neuerlich gespart.“

Während Schobesberger noch auf die Förderungen hofft, arbeitet das Land an einem Notfallplan. Gemeinsam mit dem Österreichischen Olympischen Komitee soll den potenziellen Olympiastartern in Bob und Skeleton geholfen werden. Nach der Saison dürfte der Verband endgültig Geschichte und nur noch eine Sektion im Rodelverband sein. Ihr können sich dann die einzelnen Vereine anschließen.

Ursprünglich war geplant, dass Land, Bund und Stadt Innsbruck vor dieser „Fusion“ die Außenstände des Verbandes übernehmen. Aber weil der Wirtschaftsprüfer sich außerstande gesehen hat, einen finanziellen Überblick zu erstellen, schrillen aktuell im Land die Alarmglocken lauter denn je.

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