SOS Kinderdorf hilft im Burgenland bei Krisenintervention für Kinder
Eisenstadt (APA) - Im Burgenland kooperieren die vom Roten Kreuz geführte Krisenintervention (KI-B) und SOS Kinderdorf bei der Betreuung von...
Eisenstadt (APA) - Im Burgenland kooperieren die vom Roten Kreuz geführte Krisenintervention (KI-B) und SOS Kinderdorf bei der Betreuung von Kindern in Krisensituationen. Dazu soll künftig ein SOS-Krisenteam zur Verfügung stehen, das von den Mitarbeitern der Krisenintervention angefordert werden kann, teilte Soziallandesrat Norbert Darabos (SPÖ) am Dienstag bei der Präsentation in Eisenstadt mit.
Manchmal fehlten in Familien bei einer Krise wie dem akut eintretenden Tod eines Elternteils die Ressourcen. „Damit die Kinder nicht auf der Strecke bleiben, braucht man rasch professionelle Unterstützung“, sagte Darabos.
„Wir sehen uns als ergänzendes Angebot zur Krisenintervention“, erläuterte Marek Zeliska, Leiter von SOS Kinderdorf Burgenland. Die Kooperation mit dem Roten Kreuz laufe auf mehreren Ebenen: Die Krisenintervention passiere weiterhin über das Rote Kreuz. Nach Bedarf und mit Zustimmung der Familie könne die Krisenintervention das SOS-Krisenteam nachalarmieren.
„Wir werden innerhalb von zwei, drei Tagen die Nachbetreuung übernehmen“, so Zeliska. Man sei mit allen Kinder- und Jugendhilfen an Ort und Stelle vernetzt. Auch sozialpädagogische Betreuung soll angeboten werden, etwa bei Naturkatastrophen. Auch hier könne das Kriseninterventionsteam nachalarmiert werden. Das SOS-Krisenteam sei multiprofessionell zusammengesetzt und bestehe aus Mitarbeitern des stationären und mobilen Bereichs sowie aus Mitglieder des Vereins Rainbows.
Das Projekt soll zunächst bis 2018 laufen und dann evaluiert werden, kündigte Darabos an. Er sei aber hundertprozentig überzeugt, dass es sich in der Praxis bewähre.
Das Rote Kreuz sei in Akutsituationen immer an Ort und Stelle. Man sehe sehr oft, dass vor allem bei Kindern und Jugendlichen eine Nachbetreuung dringend erforderlich wäre, stellte Präsidentin des Roten Kreuz Burgenland, Friederike Pirringer, fest.
Rotes Kreuz und SOS Kinderdorf hätten bereits gemeinsame Fortbildungen durchgeführt und Katastrophenhilfsübungen abgehalten, berichtete Rotkreuz-Landesgeschäftsleiterin Tanja König. Im Rahmen der Krisenintervention stehen 120 bis 130 Mitarbeiter, verteilt über das Burgenland, zur Verfügung.
2016 wurde die Krisenintervention zu 128 Einsätzen gerufen. 631 Personen wurden betreut, dabei leisteten Mitarbeiter 821 Einsatzstunden, so König. Das SOS-Krisenteam umfasst weitere bis zu 20 Mitarbeiter, ergänzte Zeliska.