Kirchen: Lage der Migranten in Libyen verschlimmert sich

Brüssel/Berlin (APA) - Die Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME) fordert die EU-Institutionen zur kritischen Überprüfung ihr...

Brüssel/Berlin (APA) - Die Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME) fordert die EU-Institutionen zur kritischen Überprüfung ihrer Flüchtlingsmaßnahmen in Libyen auf.

„In den vergangenen Monaten haben wir erlebt, wie die EU-Unterstützung für die libysche Küstenwache und italienische Initiativen zu noch schlimmeren Situationen für Migranten in Libyen geführt haben“, sagte die Generalsekretärin der ökumenischen Organisation anglikanischer, orthodoxer und protestantischer Kirchen, Doris Peschke, zum „Internationalen Tag der Migranten“ laut Kathpress am Montag. Das politische Ziel der EU bestehe „allein darin, die Zahl der Migranten, die nach Europa kommen, zu reduzieren - ohne Rücksicht auf die Folgen für sie in Libyen“.

Heikki Huttunen, Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), erinnerte daran, dass gerade Weihnachten das Fest sei, bei dem „eine schwangere Frau und ihr Ehemann im Blickpunkt stehen, die verzweifelt nach einer Herberge suchen“. Er mahnte Europas Regierungen, „Flüchtlinge nicht zu ignorieren“.

Auch der deutsche entwicklungspolitische Dachverband Venro forderte mehr Schutz und Unterstützung für Menschen, die vor Krieg, Terror und Verfolgung fliehen. Auch wer aufgrund von Armut, fehlender Perspektiven oder infolge des Klimawandels gezwungen sei, die Heimat zu verlassen, müsse mehr Solidarität erfahren, so der Venro-Vorstandsvorsitzende Bernd Bornhorst in Berlin.

Die Bilanz für 2017 nannte er „traurig und erschreckend“. Weit mehr als 3.000 Menschen seien im Mittelmeer ertrunken. An diesem Skandal trage Europas restriktive Migrations- und Asylpolitik Mitschuld. Auch daran, dass immer mehr Flüchtlinge in Libyen unter unmenschlichen Bedingungen festsitzen oder sogar versklavt würden, sei die EU durch Aufrüstung der libyschen Küstenwache beteiligt. Diese Kooperation müsse beendet werden, so Bornhorst.

Europa und Deutschland müssten dringend mehr Verantwortung übernehmen und legale Zugangswege schaffen, fordert Venro. Der Schutz der Flüchtlinge dürfe nicht nur in die Transit- und Herkunftsregionen ausgelagert werden. Die Entwicklungsländer trügen bereits die Hauptlast bei der Aufnahme.