Zürcher Börse verliert an Boden
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat nach der jüngsten Kursrally am Dienstag klar nachgegeben. Der Leitindex SMI startete no...
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat nach der jüngsten Kursrally am Dienstag klar nachgegeben. Der Leitindex SMI startete noch mit festeren Kursen in den Handel und erreichte bei 9469 Punkten gar ein neues Jahreshoch. In der zweiten Handelshälfte rutschte der Index jedoch in die Verlustzone ab und verlor kurz vor Schluss noch kräftig an Wert. Vor allem Kursverluste einiger Finanztitel sowie beim Schwergewicht Nestle belasteten.
Dem Handel hätten kurstreibende Impulse gefehlt, und Anleger hätten sich kurz vor einem wichtigen Entscheid zur US-Steuerreform zurückgehalten, analysierte ein Händler. In Washington soll am Abend das republikanisch geprägte Abgeordnetenhaus über die Reform befinden. Die für die Trump-Regierung wichtige Reform könnte somit ihre vorletzte Hürde nehmen, ehe auch der Senat darüber abstimmt. Die Aussicht auf sinkende Unternehmenssteuern hatte unter anderem die US-Börse auf neue Rekordstände getrieben. Nun warten die Anleger auf die Umsetzung.
Der Swiss Market Index (SMI) schloss den Handel mit einem Minus von 0,56 Prozent bei 9.399,17 Punkten ab. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,55 Prozent auf 1.518,76 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,44 Prozent auf 10.764,36 Punkte.
Bei den Standardwerten zählten die Aktien von Lonza (-1,7 Prozent) und Richemont (-1,6 Prozent) zu den größten Verlierern, nachdem beide am Vortag noch gefragt waren. Weniger deutlich rutschte Richemont-Konkurrent Swatch (-0,3 Prozent) ab. Unter Analysten wird allgemein mit einer anhaltend guten Nachfrage nach Luxusuhren gerechnet, auch im neuen Jahr.
Stärkere Kursverluste waren bei Vifor Pharma (-1,9 Prozent), Kühne+Nagel (-0,9 Prozent) und Sika (-1,6 Prozent) zu sehen. Sika hatte angekündigt, den Markt in Bangladesch mit der Gründung einer Ländergesellschaft verstärkt ins Visier zu nehmen. Die Meldung war aber kaum der Grund für die Kurseinbussen, denn kommentierten Analysten die Pläne mit lobenden Worten.
Im Finanzsektor drückten die Aktien von Versicherern wie Swiss Re (-1,3 Prozent) und Zurich (-1,2 Prozent) auf den Index, während sich die Kursverluste bei den Großbanken Credit Suisse (-0,4 Prozent) und UBS (-0,2 Prozent) in Grenzen hielten.
Am Morgen hatte die Citigroup verlauten lassen, dass sie die beiden Großbanken für 2018 gut positioniert sehe, um ihren Aktionären Sonderdividenden oder Aktienrückkäufe zugute kommen zu lassen. Entsprechend führt die Citigroup Credit Suisse als eines der „Top Picks“ für das kommende Jahr, und auch Aktien die UBS sehen die Analysten weiterhin als Kaufgelegenheit.
Die Aktien des Schwergewichts Nestlé (-0,7 Prozent) belasteten vor allem zum Handelsende hin das Geschehen. Aber auch Novartis (-0,4 Prozent) und Roche (-0,5 Prozent) wechselten in der zweiten Handelshälfte das Vorzeichen und belasteten so den Gesamtmarkt.
Die wenigen Gewinner wurden von Dufry (+1,6 Prozent) angeführt, gefolgt von Givaudan (+0,7 Prozent) zu sehen. Der Spezialchemiekonzern Clariant will die Preise für alle seine Masterbatch- und Compound-Produkte erhöhen. Die Aktie startete gut in den Tag, büßte aber zum Schluss 0,3 Prozent ein.
~ ISIN CH0009980894 ~ APA500 2017-12-19/18:17