Klaus Hoffer ist 75: Einziger Roman genügte für Spitzenplatz
Graz (APA) - Mit seinem einzigen Roman „Bei den Bieresch“ sicherte sich der Grazer Autor Klaus Hoffer 1979 einen Platz in einer der vorderen...
Graz (APA) - Mit seinem einzigen Roman „Bei den Bieresch“ sicherte sich der Grazer Autor Klaus Hoffer 1979 einen Platz in einer der vorderen Reihe der deutschsprachigen Literatur. Das Werk machte ihn schlagartig bekannt und zog Auszeichnungen wie den Rauriser Literaturpreis nach sich. Er schrieb auch die Erzählung „Am Magnetberg“ sowie literaturhistorische Arbeiten. Am 27. Dezember feiert er seinen 75er.
Klaus Hoffer wurde am 27. Dezember 1942 in Graz geboren, wo er Germanistik, klassische Philologie und Kunstgeschichte studierte. Nach einem USA-Aufenthalt 1964/65 promovierte er 1970 mit einer Arbeit über Franz Kafka. Er arbeitete als Journalist und Werbetexter, bevor er an einem Grazer Gymnasium bis zu seiner Pensionierung 2002 unterrichtete. Hoffer schrieb für die Literaturzeitschrift „manuskripte“ und wurde mit seinem Roman „Bei den Bieresch“ einem größeren Leserkreis bekannt.
Das eigenwillige Werk erzählt in zwei Teilen - „Halbwegs“ und „Der große Potlatsch“ - die Geschichte von Hans, der in das Dorf Zick kommt und dort mit Bräuchen und Lebensformen der Bewohner konfrontiert wird, die auch bei wiederholtem Erzählen nie wirklich Sinn für ihn ergeben. 1982 erschien die Erzählung „Am Magnetberg“, die in Form eines Tagebuchs einen Mann schildert, der sich auf einen Berg zurückgezogen hat und dort sein Leben rekapituliert.
2008 erschien der Essayband „Die Nähe des Fremden“, in dem sich Hoffer mit der Bedeutung der Literatur und des Schreibens für sein eigenes Leben auseinandersetzt. Ebenfalls Essays enthält das 1991 erschienene Werk „Pusztavolk“. Daneben war Hoffer als Übersetzer tätig. Neben Joseph Conrads „Lord Jim“, „Die Captain-Conrad-Casetten“ und „Almayers Luftschloss“ übertrug er Arbeiten von Nadine Gordimer, Kurt Vonnegut oder Raymond Carver ins Deutsche.
In den vergangenen Jahren übersetzte er vor allem die Arbeiten der Autorin Lydia Davis („Samuel Johnson ist ungehalten“, 2017), die 2013 als erste Amerikanerin den Man Booker International Prize gewonnen hat.
Klaus Hoffer erhielt unter anderem 1981 den Alfred-Döblin-Preis, 1986 den Literaturpreis des Landes Steiermark und 1992 den manuskripte-Preis.