Europas Leitbörsen zur Eröffnung kaum bewegt erwartet
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die europäischen Leitbörsen dürften am Mittwoch nicht wirklich in Schwung kommen. Am Vortag gab es noch le...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die europäischen Leitbörsen dürften am Mittwoch nicht wirklich in Schwung kommen. Am Vortag gab es noch leichte Rückschläge. Als Stütze gilt die Steuerreform von Donald Trump, der in den USA kaum noch Hürden im Wege stehen. Für den Euro-Stoxx-50 deutet sich eine fast unbewegte Eröffnung bei 3.574,00 Punkten an, nach einem Schlussstand von 3.582,22 Zählern am Dienstag.
Unterdessen wird der FTSE-100 mit einer um 0,10 Prozent höheren Eröffnung bei 7.477,50 Punkten erwartet. Vor dem Startschuss signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax aber nur ein kleines Plus von 0,13 Prozent auf 13.234 Punkte. Am Vortag hatte der Leitindex einen Teil seiner Gewinne wieder eingebüßt.
Mit einer knappen Mehrheit hat vor wenigen Stunden der Senat die umstrittene Steuerreform der Republikaner verabschiedet. Bevor Trump das Gesetz unterzeichnen kann, muss allerdings das Repräsentantenhaus noch einmal darüber abstimmen, weil im ersten Gang mehrere Passagen gegen Verfahrensregeln verstießen. Es gilt aber als sicher, dass die erste Kammer des Kongresses den leicht abgeänderten Entwurf am Mittwoch erneut beschließen wird.
Bei den Einzelwerten stehen am Mittwoch das Ökostrom-Unternehmen Innogy und sein Mutterkonzern RWE im Mittelpunkt. Nach der überraschenden Gewinnwarnung vor einer Woche trennt sich Innogy mit sofortiger Wirkung von Vorstandschef Peter Terium. Personalvorstand Uwe Tigges soll nun vorübergehend seinen Posten übernehmen. Innogy und RWE reagierten auf der Handelsplattform Tradegate mit Kursgewinnen von 2 beziehungsweise 1,5 Prozent.
Für die Aktien der Deutschen Post deutet sich ebenfalls ein freundlicher Start an. Mit Rückenwind eines guten Quartalsberichts und eines optimistischen Ausblicks des Konkurrenten FedEx kletterten sie vorbörslich um knapp ein halbes Prozent. Der US-Paketdienst hat seine Gewinnprognose nach einem besser als erwartet ausgefallenen zweiten Geschäftsquartal angehoben.
Für Gesprächsstoff sorgt außerdem wieder der Übernahmekampf um Stada. Die Haupteigner des Generikaherstellers, die Finanzinvestoren Bain und Cinven, ködern die restlichen Aktionäre mit einer neuer Offerte von 74,40 Euro je Anteilsschein. Dies entspricht genau dem Preis, den Aktionär Paul Singer und sein Hedgefonds Elliott gefordert hatten. Am Morgen jedoch wurde die Aktie auf Tradegate deutlich höher zu 86,88 Euro gehandelt. Sie hält sich schon seit September fast ausnahmslos über 80 Euro.
Bei der Steinhoff-Aktie gehen die Turbulenzen wegen der Nachwehen eines Bilanzskandals immer weiter. Nach einem erneuten Kurssturz um 20 Prozent am Vortag werden sie vor Börsenbeginn nochmals 8 Prozent tiefer gehandelt. Mit 0,426 Euro nähern sich die Titel des Ikea-Rivalen auf Tradegate wieder ihrem jüngsten Tief von 0,35 Euro.
In der Schweiz rücken die Aktien von ABB und Duftry in den Fokus. Der Betreiber von Duty-Free-Shops Dufry hat einen neuen Großaktionär. So hat der US-Milliardär Paul E. Singer einen Anteil von 5,57 Prozent der Dufry-Aktien erworben. Unterdessen trennt sich der Industriekonzern ABB sich von verschiedenen Aktivitäten im Bereich Engineering, Procurement, Construction (EPC). Die Maßnahmen, um die Neuausrichtung des EPC-Geschäfts abzuschließen, betreffen drei von vier Divisionen.
~ ISIN EU0009658145 ~ APA073 2017-12-20/08:38