Budget: Handlungsspielraum in Lienz wurde deutlich enger
Der Lienzer Gemeinderat beschloss das Budget für 2018. Die Schuldenlast verlangt, weiterhin rigoros einen Sparkurs zu fahren.
Von Claudia Funder
Lienz –Am Dienstagabend wurden im Lienzer Gemeinderat viele Zahlen auf den Tisch gelegt, bevor es um den Beschluss des Budgets für 2018 ging. Zehn Kapitel des Voranschlags wurden ohne große Diskussion einzeln abgestimmt und allesamt einstimmig von den Mandataren durchgewinkt. Der siebte Haushaltsplan der Ära Elisabeth Blanik ist damit abgesegnet.
Es handelt sich um ein Budget mit einem Volumen von gut 44 Mio. Euro. Mit dem Wirtschaftsplan des Städtischen Wasserwerks sind es rund 48 Mio. Euro. 37,4 Mio. Euro sind im ordentlichen Haushalt budgetiert, nur etwas weniger als im Vorjahr, als mit 37,68 Mio. Euro die bisherige Höchstmarke geknackt worden war. Für den außerordentlichen Haushalt, über den eine Reihe von Projekten realisiert werden, sind 6,67 Mio. Euro vorgesehen.
Lienz steht in puncto Transferzahlungen – insbesondere das Land greift tief in die Taschen der Stadt – vor einer großen Herausforderung. Sie sind erneut gestiegen, während auf der Einnahmenseite die Ertragsanteile leicht sanken. Knapp 12,69 Mio. Euro an Transferzahlungen seien 2018 zu leisten, erklärte BM Elisabeth Blanik in ihren Ausführungen. Parallel dazu werden sich die Einnahmen auf bloß 3,43 Mio. belaufen.
Der Gürtel ist ziemlich eng zu schnallen. „Zahlreiche Mittelanforderungen für einmalige Ausgaben müssen zur Gänze gestrichen oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden“, erklärt die Bürgermeisterin. Ein maßvolles Zurückfahren in vielen Bereichen sei Gebot der Stunde.
Um ausgeglichen bilanzieren zu können, muss die Stadt Rücklagen auflösen. Derzeit sind noch 6,76 Mio. Euro von diesem „Polster“ vorhanden, bis Ende 2018 wird dieser Betrag voraussichtlich auf 4,67 Mio. Euro schrumpfen. „Wir müssen uns wieder finanziellen Spielraum schaffen“, erklärte die Bürgermeisterin.
Der aktuelle Schuldenstand (ohne Wasserwerk) beläuft sich auf 14,75 Mio. Euro, verursacht hauptsächlich durch den Bau des Dolomitenbades, für das hohe Bankdarlehen abzustottern sind. Eine Schuldentilgung von knapp 1,1 Mio. Euro für 2018 ist vorgesehen, Neuaufnahmen in der Höhe von 950.000 Euro für Straßenbauprojekte sind geplant. Der Schuldenstand wird sich demnach bis Ende des kommenden Jahres geringfügig reduzieren.
Der Verschuldungsgrad der Stadt Lienz beträgt 58,64 Prozent, man bewegt sich also im unteren Bereich einer starken Verschuldung. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird Ende 2018 voraussichtlich bei knapp 1220 Euro liegen, inklusive Wasserwerk bei 1429 Euro.
Der größte Posten des außerordentlichen Haushalts sind Gemeindestraßenprojekte (950.000 Euro). Für das Mobilitätszentrum sind 843.000 Euro veranschlagt, für Abwasserbeseitigung/Stadtkanalisation 848.500 Euro und für den Ankauf einer Drehleiter für die Feuerwehr 508.000 Euro. 557.000 Euro sind für Grundankäufe vorgesehen. Erlöse aus diversen Grundverkäufen sind im Voranschlag mit 1,23 Mio. Euro beziffert.