Weiße Weihnachten fallen ins Wasser: Tauwetter in Tirol
Mit dem kalendarischen Winteranfang am Donnerstag kommt eine Warmfront nach Österreich. Diese lässt den Schnee fast überall schnell dahinschmelzen.
Innsbruck – Alle Jahre wieder geht der Blick kurz vor Weihnachten besonders intensiv auf die Wetterkarten: Wird es weiß und kalt oder doch wieder grün und warm? Der Wetterdienst Ubimet wagte am Mittwoch die Vorhersage: Unterhalb von rund 500 Metern wird es heuer wieder nichts mit weißen Weihnachten.
Wintersonnenwende
Am Donnerstag pünktlich um 17.28 beginnt der astronomische Winter. Die Sonne erreicht an diesem Tag den tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn und bringt nur gut acht Stunden Tageslicht auf die Erde. Danach werden die Tage langsam wieder länger. Die Sonne steigt zunehmend höher über den Horizont. Die Tag-und-Nacht-Gleiche ist dann in drei Monaten erreicht.
Für die Meteorologen ist der Winteranfang 2017 übrigens nicht die Wintersonnenwende, sondern der 1. Dezember.
Schuld ist eine Warmfront, die sich ausgerechnet zum kalendarischen Winteranfang am Donnerstag über ganz Österreich breit macht. Dabei wird es entlang und nördlich der Alpen sowie im Osten zunehmend nass und windig. Bei -1 bis +6 Grad steigt die Schneefallgrenze von tiefen Lagen allmählich auf 800 bis 1200 Meter. „Auf den Bergen gibt es neuerlich 10 bis 20 Zentimeter, vom Wilden Kaiser bis zur Rax mitunter sogar mehr als 30 Zentimeter Neuschnee“, sagt Ubimet-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. „In den Tälern sowie in den Niederungen stellt sich allerdings zunehmend nass-kaltes Regenwetter ein.“
Noch wärmer und oft nass wird der Freitag in von Tirol und Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich. Vor allem im Außerfern und im Unterland fällt der Niederschlag kräftig aus. Die Schneefallgrenze liegt hier bei 1000 bis 1300 Metern. Auf den Bergen kann es stürmisch werden. Die Höchstwerte für Tirol liegen bei +2 bis +5 Grad.
Bis zu 13 Grad und Sonne am Heiligen Abend
Am Samstag lässt der Regen im Laufe des Tages nach, am Nachmittag kann sogar ab und zu die Sonne herausblinzeln. In Osttirol ist es meist sonnig.
Mild und sonnig: So sieht es dann am Heiligen Abend aus. In Tirol klettern die Temperaturen auf +8 Grad, wobei es in den windschwachen Tälen noch am kältesten bleibt. In Teilen Österreichs kann der kräftige Westwind die Werte sogar bis auf 13 Grad hochtreiben. Selbst in 2000 Metern werden in Vorarlberg und Tirol bis zu 4 Grad erreicht.
Auch am Christ- und Stefanitag geht es aus derzeitiger Sicht sehr mild weiter.
Damit scheint das Wetter zu Weihnachten unterhalb von rund 500 Metern wieder mehr auf Frühling als auf Winter eingestellt zu sein. Der Schnee, der jetzt noch liegt, taut weg. In windschwachen Tälern sowie generell in Lagen oberhalb von 700 bis 1000 Metern sollte sich allerdings noch etwas von der weißen Pracht bis Weihnachten halten können. Gesichert ist ein weißes Fest auf den Bergen, dort liegt überall genug Schnee. Innsbruck wartet übrigens schon seit sechs Jahren auf weiße Weihnachten.