Neue Kofelbahn: Betriebsbewilligung mit Vorbehalt
Die neue Patscherkofelbahn muss baulich und brandschutztechnisch nachbessern, will sie am Freitag wie geplant in Betrieb gehen. Diese Auflagen soll die Seilbahnbehörde erteilt haben. Ärger über Igler Zimmerwiese.
Von Manfred Mitterwachauer
Innsbruck –Er habe einen „grundsätzlich positiven Bescheid“ in der Tasche. Das sagt der Geschäftsführer der Patscherkofelbahn, Thomas Scheiber. Von 9 bis rund 21 Uhr dauerte am Dienstag die behördliche Abnahme der neuen Einseilumlaufbahn sowie ihrer Anlagen auf dem Innsbrucker Hausberg. Scheiber ist felsenfest davon überzeugt, dass die Bahn am Freitag wie geplant in Betrieb gehen kann. Davor müssen aber noch zwei wesentliche Auflagen erfüllt werden. Ansonsten werden sich die neuen roten Gondeln wohl keinen Millimeter bewegen.
Einerseits geht es um brandschutz-, andererseits um hochbautechnische Auflagen. Sowohl in der Berg- als auch in den anderen Stationen seien die Brandschutzarbeiten noch nicht fertig, bestätigt Scheiber. Im Baulichen gehe es beispielsweise um Sanitäreinrichtungen in der Berg- und Mittelstation, aber auch um Absturzsicherungen oder Stiegenaufgänge. Der zeitliche Verzug sei dem „sportlichen Fertigstellungstermin“ und der schlechten Witterung im Herbst und Frühwinter geschuldet. Das Material für die restlichen Arbeiten sei vor Ort und werde bis Freitag montiert. Gearbeitet werde auf Hochtouren, sagt Scheiber: „Wir werden das hinbekommen.“ Ob das auch klappt, haben am Freitagvormittag noch zwei Gutachter festzustellen – fallen diese Expertisen positiv aus, darf die Bahn Fahrt aufnehmen. Wenn nicht, ist den Patscherkofelbahnen vonseiten der Kritiker wohl eine gewisse Portion Spott sicher. Eine Stellungnahme der Seilbahnbehörde war gestern nicht zu bekommen.
Fakt ist, dass der Patscherkofel auch nach der Eröffnung eine Baustelle bleiben wird. Sowohl gewisse Verwaltungseinheiten, der Selbstversorgerraum und das Restaurant in der Bergstation als auch Lagerräumlichkeiten seien noch nicht fertig, sagt Scheiber. Das werde nun Zug um Zug abgearbeitet. Auch auf der Heiligwasserwiese fanden noch gestern Erdarbeiten statt. Der Skibetrieb ab Samstag ist zumindest von der Berg- bis zur Mittelstation gesichert. Dort seien die Pisten bereits präpariert. Was die untere Sektion betrifft, so habe die dortige Beschneiung erst ab dem 15. Dezember ihre Arbeit aufnehmen können. Die Anlage wurde erneuert und vor der behördlichen Abnahme war eine Inbetriebnahme nicht möglich. Mit Schneedepots wird nun versucht, bis Samstag ein Schneeband zur Talstation zu legen und auch das Kinderland winterfit zu bekommen. Damit auch eine Zufahrt per Ski zur Talstation möglich ist, werde noch überlegt, rund 1000 m³ Schnee von Seefeld anzuliefern, sagt Scheiber.
Ein anderes Problem gibt es an der Talstation der alten Pendelbahn in Igls. Dort wurde die wasserrechtliche Bewilligung für die Beschneiung der Zimmerwiese nicht verlängert. Ob dies ein Versäumnis des TVB oder der Bahn war, daran scheiden sich die Geister. TVB-Obmann Karl Gostner sagt, dass das hierfür nötige Ramsbachwasser ohnedies keine Trinkwasserqualität habe und somit nicht geeignet sei. Für heuer ließ der TVB mit Lkw Schnee aus dem Gschnitztal herankarren, die Bahn präparierte die Piste des Übungsschleppliftes. Wie es kommendes Jahr weitergehen wird, ist noch offen.