TT-Interview

Feller: „Kann nicht sein, dass ich dritten Nuller in Folge einfange“

Manuel Feller zeigte zuletzt im RTL auf, im Slalom fehlt dem Unterländer noch ein Ergebnis.
© Reuters

Was nicht sein darf, ist nicht. Frei nach diesem Motto plant Manuel Feller trotz Kapselzerrung im Knie ein Antreten beim freitägigen Nachtslalom in Madonna.

Wie geht es Ihnen?

Manuel Feller: Haut schon hin, halbwegs.

Sie klingen nicht gerade begeistert?

Feller: Grundsätzlich bin ich einmal froh, dass mir nichts Schlimmeres als die Kapselzerrung passiert ist. Es tut auch nicht extrem weh, aber gewisse Bewegungen tun mir einfach nicht gut.

Was heißt das hinsichtlich des Nachtslaloms am Freitag in Madonna di Campiglio?

Feller: Dass ich dabei sein werde. Das ist zumindest mein fester Plan. Es kann ja nicht sein, dass ich mir einen dritten Nuller in Serie (Slalom-Ausfälle in Levi und Val d’Isère, Anf.) einfange.

Auch mit Hinblick auf die Weltrangliste und der damit einhergehenden Startnummer?

Feller: Genau, ich bin jetzt gerade ein paar Punkte draußen aus den Top 15. Ein Top-Ten-Platz und dann passt es wieder. Wenn die Piste halbwegs passt und ich fahren kann, was ich draufhabe, dann kann ich auch mit Nummer 20 ein Rennen gewinnen. Es kann aber aufgrund der äußeren Bedingungen sein, dass die Piste stark nachlässt und dann bist du mit höherer Nummer chancenlos. Deshalb muss ich anschreiben und zurück in die Top 15.

Inwieweit belasten die beiden Slalom-Ausfälle?

Feller: Es ist eine Situation, die ich nicht zum ersten Mal erlebe. Und groß herumtaktieren kannst du dir abschminken. Wenn du in dieser Liga meinst, du kannst einen Gang zurückschalten, dann hast du schon verloren. Die Schwierigkeit ist eine andere: Die Jungs können trainieren, ich nur therapieren. Ich möchte nicht sagen, dass ein Podestplatz am Freitag nicht möglich ist, erwarten darf man es sich aber nicht.

Wenn Sie noch einmal an den Riesentorlauf am Sonntag zurückdenken: Sie waren trotz dreier Fehler Vierter nach dem ersten Durchgang mit nur 0,37 Sekunden Rückstand.

Feller: Das zeigt mir, dass der Speed passt. Dabei hatte ich den Stich im Knie schon im oberen Abschnitt gespürt und wollte schon rausfahren. Dann war ich aber auch schon im Steilhang, und dieser Stress da hat den Schmerz wieder vergessen lassen.

Minuten zuvor musste Stefan Luitz seine Fahrt abrupt abrechen. Später wurde im Klinikum Hochrum ein Kreuzbandriss diagnostiziert. Auch Sie sind nach Hochrum gefahren – mit welchen Gefühlen?

Feller: Mit einem komischen, weil ich einen Kreuzbandriss für mich nicht gänzlich ausschließen konnte. So gesehen habe ich noch richtig Glück gehabt. Wenn man die Situation von Stefan und mir vergleicht, dann hätte eigentlich mein Kreuzband und nicht seines reißen müssen.

Hat Ihnen heute schon jemand zum Punkt für den 32. Platz im Parallel-Riesentorlauf gratuliert?

Feller: Nicht direkt. Ich habe das auch gar nicht gewusst. Aber gestern habe ich eine SMS bekommen, wo sinnbildlich drinstand: „Gratulation! Ein Punkt, ohne dabei zu sein, das hätte ich auch noch geschafft.“

Das Gespräch führte Max Ischia

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