Bezirk Schwaz

Spieljoch in Fügen: „Der ganze Berg wurde quasi umgedreht“

Seilbahn-Chef Heinz Schultz zeigt exklusiv erste Einblicke ins rundum erneuerte Skigebiet am Spieljoch.
© Fankhauser Eva-Maria

Noch vor einem Jahr ratterten alte 4er-Gondeln aufs Spieljoch. Heute soll die neue, moderne Gondelbahn Fügen und die Region nach vorne bringen.

Von Eva-Maria Fankhauser

Fügen –Um 8.30 Uhr fuhren gestern bereits die ersten Wintersportler in den neuen Gondeln aufs Spieljoch. „Gewaltig, wie sich das verändert hat“, sagte einer der Ersten am Berg. „Ich kenne niemanden, der das in so kurzer Zeit hinbekommen hätte“, sagte eine Skifahrerin. Gemeint ist Heinz Schultz, der dem Skigebiet am Spieljoch mit Sohn Maximilian neues Leben einhaucht.

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„Eine komplette Änderung war nötig und auch von allen Seiten gewollt. Der ganze Berg wurde quasi umgedreht, nicht nur baulich, auch was das Erlebnis angeht“, sagt Schultz und fügt hinzu: „Man hat die letzten fast 35 Jahre einfach versäumt.“ Es werde ein paar Jahre dauern, bis das Spieljoch wieder richtig am Markt positioniert sei. Gestern und heute laufen noch die letzten Feinarbeiten – besonders bei der Bergstation. Dennoch können die ersten Skifahrer ihre Schwünge über die teils verbreiterten und geebneten Pisten ziehen. „Wir haben uns für ein ‚Soft Opening‘ entschieden. So können sich die Fügener schon zwei Tage früher ein Bild machen“, sagt Schultz. Ab Freitag und Samstag soll alles fertig sein, auch das Bergrestaurant, wo derzeit noch die Arbeiter werkeln. Die Pizzeria im ersten Stock eröffnet im Laufe der Wintersaison.

Um kurz nach 9 Uhr fuhr gestern auch Heinz Schultz erstmals mit den Skiern von der Bergstation ins Tal. „Wenn man den ganzen Sommer Pisten baut, ist es schon was anderes, wenn man sie das erste Mal hinunterfahren kann“, sagt Schultz. Immer wieder spricht er unterwegs Skifahrer an und holt sich Feedback. „Heute ist es schon kitschig bei dieser Kulisse“, schwärmt er über den frischen Pulverschnee. Die Freude, dass es endlich losgeht und der „Familienberg“ eröffnet, könne nicht einmal durch das Ergebnis der TVB-Wahlen in Osttirol gedämpft werden. Das nehme er sportlich.

Bei der Fahrt bergauf steigt er in der Mittelstation kurz aus. „Die Kartenautomaten funktionieren noch nicht“, sagt ein Mitarbeiter. Sofort zückt Schultz das Handy. Kleinigkeiten gebe es noch genug, verrät Maximilian Schultz. Er pendelt derzeit ständig zwischen Büro und Bergbahn.

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Als nächster Schritt folgt die Peak-to-Peak-Gondel nach Kaltenbach. Das Einreichverfahren habe bereits begonnen. Schultz nimmt an, dass eine Realisierung 2019 möglich sei. Erst dann werde auch der „kalte“ 3er-Sessellift mit einer Gondelbahn ersetzt, da die beiden Bergstationen am Onkeljoch zusammenführen.

Dass er eine Gondelbahn vom Kolbitsch-Areal in Schlitters aufs Spieljoch plane, sei ein Gerücht. „Das ist eher was für die Narrenpost“, meint Schultz. Eine Verbindung Richtung Inntal (Schwaz) liege noch in weiter Ferne.

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