Bezirk Reutte

Oberer forciert Vereinigung beider Altenpflegehäuser in Reutte

Das Bezirkspflegeheim.
© Tschol

Reuttes „Guter Hirte“ und das Bezirkspflegeheim Haus Ehrenberg sollen zusammenwachsen, wünscht sich Reuttes Bürgermeister.

Von Helmut Mittermayr

Reutte –Die Themen des Tagesordnungspunktes „Kurzbericht des Bürgermeisters“ sind meist bunt gemixt. In der vergangenen Gemeinderatssitzung streifte BM Alois Oberer etwa die laufende Auseinandersetzung mit dem Denkmalamt in Sachen Südtiroler Siedlung und seine Hoffnung, dass es nur zu einer Teilunterschutzstellung kommen wird. Oberer erwähnte den „bescheidenen Rücklauf“ der Fragebögen der Reuttener Bürger zum Kloster­areal. Dafür hätten sich aber jene einhundert, die die Bögen ausgefüllt haben, sehr viel angetan. Seit Langem schon verfolgt der Marktchef das Projekt Zusammenführung der Pflegeinstitutionen Seniorenzentrum Reutte und Haus Ehrenberg, gab er bekannt. Oberer freute sich, dass sein ständiges Befeuern des Themas nun Wirkung zeigt. Bei der letzten Versammlung des Pflegeverbandsausschusses haben die Bürgermeister einstimmig beschlossen, sich der Thematik anzunehmen, berichtete er. So könnte man das Reuttener Seniorenzentrum „Guter Hirte“ und das Bezirkspflegeheim Haus Ehrenberg zum Beispiel unter eine Verwaltung stellen, sieht Oberer Synergieeffekte.

Wie von der Tarantel gestochen reagierte Gemeindevorstand Elisabeth Schuster auf diese Ankündigung. Die Obfrau des Sozialausschusses, ansonsten für ihre Zurückhaltung mit Wortmeldungen bekannt, war ganz aufgewühlt: „Ein Thema dieses Ausmaßes erfahren wir von dir hier so nebenbei. Weder Gemeindevorstand, Gemeinderat, Mitarbeiter noch Bewohner wissen irgendetwas davon, was du hier planst.“ Das betreffe sehr viele in Reutte und sei mit niemandem abgestimmt.

Oberer konnte die Emotionen nicht ganz verstehen: „Das ist doch ein offenes Geheimnis, mehrere sind informiert und es ist ja noch nichts passiert.“ Der Bürgermeister ist es leid, dass vor allem Reutte allein investiert, die Problematik aber den ganzen Bezirk betrifft. Die Fördermöglichkeiten seien jedenfalls weitaus besser, wenn alle 37 Gemeinden darum ansuchen könnten, und nicht Reutte allein. Und Regionen wie das Lechtal, Tannheimer Tal oder Zwischentoren seien zu klein, um 60 Betten zu errichten. Aber erst ab dieser Zahl werden Förderungen gewährt.

Das Reuttener Seniorenheim.
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