US-Behörden bemängeln „Testamente“ von vier Großbanken

Washington (APA/Reuters) - Die US-Großbanken sind nach Ansicht der Aufseher im Großen und Ganzen ausreichend auf eine Abwicklung im Krisenfa...

Washington (APA/Reuters) - Die US-Großbanken sind nach Ansicht der Aufseher im Großen und Ganzen ausreichend auf eine Abwicklung im Krisenfall vorbereitet. Bei der Hälfte der acht überprüften Institute gebe es aber einige Mängel, teilten die US-Notenbank (Fed) und der Einlagensicherungsfonds (FDIC) am Dienstag mit. Ihre sogenannten Testamente nachbessern müssen Bank of America, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Wells Fargo.

Ohne Beanstandungen kamen Bank of New York Mellon, Citigroup, JPMorgan Chase und State Street durch. Es war das erste Mal seit drei Jahren, dass die US-Behörden keine signifikanten Probleme bei den Großbanken ausmachten.

Hintergrund für die Überprüfung der Notfallpläne ist die jüngste große Finanzkrise, als der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 die Weltwirtschaft erschütterte. In der Konsequenz sollen Großbanken im Krisenfall nie wieder dem Steuerzahler zur Last fallen. Um dies zu verhindern, müssen die Institute den US-Aufsehern seit 2012 detaillierte Pläne vorlegen, wie sie sich in einer Schieflage selbst abwickeln würden.

Die Ergebnisse für dieses Jahr zeigten, dass im Bankensektor in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte erzielt worden seien, kamen die US-Behörden zu dem Schluss. In den vergangenen Jahren mussten die Banken mehrmals nachbessern. Sollten sie durch die Prüfung fallen, drohen ihnen hohe Auflagen oder sogar die Aufforderung, sich von Unternehmensteilen zu trennen. Bei den diesjährigen Mängeln gab es kein großes bankenübergreifendes Problem. Die Bank of America wurde beispielsweise aufgefordert, ihr Derivate-Portfolio noch mal unter die Lupe zu nehmen.

Das nächste Mal müssen die US-Großbanken ihre Testamente erst bis zum 1. Juli 2019 einreichen. Das ist Teil der Bemühungen, die Regulierung nach der Finanzkrise etwas aufzuweichen. Die Banken hatten bemängelt, dass die jährliche Überprüfung mit den erforderlichen Dokumente, die mehrere Tausend Seiten umfassen können, zu aufwendig sei. Das US-Finanzministerium empfahl im Sommer nur noch alle zwei Jahre anstatt jährlich die Abwicklungs-Pläne zu überprüfen.

~ WEB http://www.federalreserve.gov/ ~ APA261 2017-12-20/12:51