KH Nord: Eröffnung 2 - Neues Gremium soll Bauherrenrolle stärken
Wien (APA) - Hauptkritikpunkt des Rechnungshofs sei, dass der KAV seiner Bauherrenrolle nicht gerecht geworden sei, sagte Frauenberger. Dahe...
Wien (APA) - Hauptkritikpunkt des Rechnungshofs sei, dass der KAV seiner Bauherrenrolle nicht gerecht geworden sei, sagte Frauenberger. Daher wurde nun ein Lenkungsausschuss eingesetzt. Das Gremium, das alle zwei Wochen tagt, besteht unter anderem aus dem KAV-Vorstand, dem Technischen Direktor des AKH sowie der künftigen kollegialen Führung des KH Nord, die Anfang nächsten Jahres bestellt wird.
Wetzlinger war im November mit der Leitung des Großprojekts beauftragt worden. Nach gründlicher Überlegung hätten er und sein Team entschieden, den baulichen, technischen und behördlichen Teil des Projekts von der medizinischen Inbetriebnahme zu entflechten. Die Eröffnung des Krankenhauses verschiebt sich damit um ein weiteres halbes Jahr.
Der bisherige Terminplan wäre zwar realistisch und theoretisch umsetzbar, der neue Zeitplan nehme jedoch Druck und Risiko aus dem Projekt, argumentiert der KAV. Die bauliche Fertigstellung des Hauses befinde sich jedenfalls im Plan und sei beinahe abgeschlossen, betonte Wetzlinger. Restarbeiten sowie Mängelbehebungen werde es aber auch im kommenden Jahr noch geben.
Die 8.000 Baumängel, die im Rohbericht des Rechnungshofs laut Medienberichten genannt werden, stellten bei einem Projekt dieser Größenordnung keine außergewöhnlich hohe Anzahl dar. „Das ist keine Zahl, die uns schreckt. Es gibt Großbauvorhaben, die bei 30.000 bis 40.000 Mängeln sind“, meinte Wetzlinger. Entscheidend sei, dass die Unzulänglichkeiten rasch behoben würden.
Im KH Nord werden künftig jährlich rund 46.000 Menschen stationär versorgt und etwa 250.000 Ambulanzbesuche erwartet. Drei Spitalsstandorte, nämlich die Semmelweis-Klinik, das Orthopädische Krankenhaus Gersthof sowie das Krankenhaus Floridsdorf werden komplett ins KH Nord wandern. Aus dem Krankenhaus Hietzing und dem Otto-Wagner-Spital übersiedeln einzelne Abteilungen. Im Idealfall müsse kein einziger Patient aus einem anderen Krankenhaus überstellt werden, sagte Wetzinger, räumte aber auch gleich ein: „Idealfälle treten nie ein“. Damit der Vollbetrieb rasch sichergestellt werden kann, kooperiert das Krankenhaus verstärkt mit dem AKH, dessen Direktor Wetzlinger zusätzlich zu seinem KAV-Job ist.
Einer möglichen Untersuchungskommission, wie sie von der FPÖ bereits in Aussicht gestellt wurde, sobald der RH-Endbericht vorliegen wird, sieht Frauenberger gelassen entgegen. „Wir sind darauf vorbereitet.“ Man arbeite bereits jetzt schon alle Themen ab.