Die bringt 2018

Wien (APA) - 2018 dürfte einen ziemlichen Umbruch in Österreichs Politikerriege bringen. Nicht nur nimmt die schwarz-blaue Regierung unter K...

Wien (APA) - 2018 dürfte einen ziemlichen Umbruch in Österreichs Politikerriege bringen. Nicht nur nimmt die schwarz-blaue Regierung unter Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) mit zahlreichen neuen Ministern ihre Arbeit auf, es gibt auch personelle Änderungen etwa am Verfassungsgerichtshof oder in den Kammern. Zudem ist ein Landeshauptmann-Wechsel möglich.

Nicht nur die Regierungsparteien haben 2018 mit neuem Personal zu tun, auch die nunmehr größte Oppositionspartei SPÖ trifft eine bedeutende Richtungsentscheidung. Die Wiener SPÖ klärt die Nachfolge von Parteichef Michael Häupl und kann zwischen Stadtrat Michael Ludwig und dem geschäftsführenden Klubobmann im Nationalrat Andreas Schieder wählen. Setzt sich letzterer durch, muss die SPÖ parlamentarischen Ersatz suchen. Ebenfalls noch vakant ist die bloß interimistisch besetzte SPÖ-Bundesgeschäftsstelle. Zumindest einen der beiden Posten soll Thomas Drozda übernehmen. Für Pamela Rendi-Wagner dürfte entweder eine Funktion in der Wiener Stadtregierung oder in der Bundespartei heraus schauen.

Wer Wiener SPÖ-Chef wird, sollte im Laufe des Jahres auch den Posten des Bürgermeisters übernehmen. Einen Wechsel an der Spitze des Landes könnte es auch in Kärnten geben, wo Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) von einer blau-schwarzen Mehrheit aus dem Amt gehoben werden könnte, sollten die Wähler FPÖ und ÖVP damit ausstatten. Dann wäre wohl der Freiheitliche Gernot Darmann neuer Landeschef im südlichsten Bundesland. Wenig wahrscheinlich sind Wechsel an der Spitze Niederösterreichs, Tirols und Salzburgs nach den dortigen Landtagswahlen. In Innsbruck versucht Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) das Bürgermeisteramt gegen den Grünen Georg Willi zu verteidigen.

Schon fix ist, wer die Landeshauptleute-Konferenz im kommenden Jahr leitet. Im ersten Halbjahr ist das der Wiener Bürgermeister, also zumindest anfangs noch Häupl. Im zweiten Halbjahr folgt dann der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ). Der gibt 2018 dafür seine Zweit-Funktion ab. Hans Peter Doskozil wird zu seinem Nachfolger als Landesparteichef der SPÖ gekürt. Die Bundesratspräsidenten 2018 heißen Reinhard Todt in den ersten sechs Monaten und Inge Posch-Gruska in den zweiten.

Was die außerparlamentarische Opposition angeht, wird bei den Grünen eine neue Führung gesucht. Dass Werner Kogler an der Spitze bleibt, ist eher unwahrscheinlich. Bei der Liste Pilz wird sich weisen, ob Peter Kolba die Klubleitung behält, die er derzeit nur interimistisch innehat. Auch ein Comeback von Parteigründer Peter Pilz in welcher Funktion immer ist nicht auszuschließen.

Ordentlich etwas los ist bei den Sozialpartnern. Harald Mahrer übernimmt aller Wahrscheinlichkeit nach schon kommendes Jahr von Christoph Leitl die Leitung der Wirtschaftskammer. Wer in der Arbeiterkammer auf Rudolf Kaske folgt, ist noch offen und hängt auch ein wenig davon ab, ob Erich Foglar noch einmal als ÖGB-Präsident antritt. Für beide Posten gibt es zahlreiche Anwärter von FSG-Chef Wolfgang Katzian bis zur ÖGB-Frauenvorsitzenden Renate Anderl.

Aus Altersgründen gewechselt wird am Verfassungsgerichtshof. Als chancenreichste Anwärter für die Nachfolge von Gerhart Holzinger gelten entweder als Übergangslösung Vizepräsidentin Brigitte Bierlein oder die Verfassungsrichter Georg Lienbacher und Christoph Grabenwarter. Einen Generationensprung könnte es beim Bundesheer geben. Generalstabschef Othmar Commenda wird den Posten nach Auslaufen seines Kontrakts räumen. Im Generalrat der OENB läuft der Vertrag von Präsident Claus Raidl aus.

Neue Präsidentin der Universitätenkonferenz ist mit 1. Jänner die Rektorin der Akademie der bildenden Künste, Eva Blimlinger. In der österreichischen Hochschülerschaft übernimmt mit Hälfte der Funktionsperiode Hannah Lutz (VSStÖ) von Johanna Zechmeister (Fachschaftslisten) den Vorsitz.

Relativ ruhig sollte das Jahr personell in den Kirchen laufen. Einen Bischofswechsel könnte es allenfalls in der katholischen Diözese St. Pölten geben, wo der eigentlich längst im Pensionsalter stehende Klaus Küng quasi auf Abruf tätig ist.

Noch offen ist, wie es bei der ÖBIB weitergeht. Sollte diese tatsächlich in eine AG umgewandelt werden, könnte die Amtszeit von Martha Oberndorfer recht bald ein Ende finden. Auch im ORF ist mit einer Neustrukturierung der Gremien der ein oder andere prominente Wechsel nicht auszuschließen.