Unterführung auf gutem Weg
Das Land konnte sich mit Gegnern der geplanten Unterführung an der Reschenstraße in Prutz einigen. In einem Fall dürfte es zu einem Enteignungsverfahren kommen.
Von Matthias Reichle
Prutz –Nach jahrelangem Widerstand rund um die geplante Unterführung in Prutz ist es nun kurz vor Weihnachten zu einer Lösung gekommen. Die drei letzten größeren Grundeigentümer konnten sich mit dem Land einigen. Am Montag wurden die Grundablöseverträge unterschrieben.
„Dem Bauvorhaben steht nichts mehr im Weg“, freut sich Bürgermeister Heinz Kofler über einen großen Etappensieg. „Es war eine zache Partie“, zieht er Bilanz über mehrjähriges Verhandeln und Nachfragen. Nicht zuletzt habe auch der Druck aus der Bevölkerung mitgeholfen.
Die geplante Unterführung hatte für teils heftigen Widerstand bei einigen Grundeigentümern gesorgt. Die Verkehrsader ins Obergricht sollte im Bereich der Innbrücke in den Untergrund verlegt werden.
Vor allem an den Abreisetagen sorgt die ampelgeregelte Kreuzung für kilometerlange Staus und Blockabfertigungen im Landecker Tunnel. Inzwischen sei die Belastung auch unter der Woche gestiegen, so Kofler. Man erhofft sich neben der Verkehrsentlastung auch mehr Sicherheit.
Für einige Betroffene wurde das Projekt aber zur Existenzfrage, wie etwa für Tankstellenbetreiber Alfred Lorenz, der seinen Betrieb deshalb nicht weiterführen kann. 2015 trafen sich Gegner und Befürworter auch beim TT-Forum, um über Für und Wider zu diskutieren.
Dominikus Heiss, selbst betroffener Unternehmer, saß damals am Podium und betont nun, dass man sich der Mehrheitsentscheidung beuge. Man wollte nicht mehr streiten und verzichtet nun auch auf weitere Rechtsmittel. „Im Großen und Ganzen ist es so, dass beide Seiten einen großen Schritt aufeinander zugegangen sind“, so Heiss. Die Entschädigungen würden passen, wenngleich die Schäden nicht ganz wiedergegeben seien, so Heiss.
Man sei den Parteien mit Grundstückstausch, Entschädigungen und in einem Fall auch mit einer Haftungen bei Bauschäden an einem Privathaus entgegengekommen, erklärt Robert Zach von der Landesbaudirektion.
Ursprünglich war geplant, bereits im Herbst 2018 mit dem Bau der Unterführung zu beginnen. Dieser Zeitpunkt hat sich nach hinten verschoben. Zach rechnet derzeit, dass man in der Niedrigwasserperiode 2020/21 mit der Umsetzung, die mehrere Jahre dauern wird, starten kann. Es handelt sich um ein kompliziertes Projekt, während der Bauphase muss der Verkehr aufrechterhalten werden. Zudem kommt man dem Inn sehr nahe. Nächstes Jahr stehen jedoch die weiteren Genehmigungsverfahren im Wasser-, Umwelt- und Forstrecht an.
Nicht alle Grundablösen konnten bisher zur Zufriedenheit der Planer erledigt werden. Die Miteigentümerin einer betroffenen Parzelle hat bis heute nicht unterschrieben. Während Baubezirksamtschef Günter Heppke noch die Möglichkeit einer Einigung sieht, glaubt Zach, dass man in diesem Fall ein Grundeinlösungsverfahren, sprich eine Enteignung, in die Wege leiten muss. Er spricht in diesem Zusammenhang aber von einem „Formalakt“.