Auf Schienen unterwegs: Österreicher Spitzenreiter in EU

Europaweit liegt traditionell die Schweiz noch vor Österreich. Laut Verkehrsclub Österreich erleben Straßenbahnen eine Rennaissance.

Nicht alle der 37 Planungsverbände in Tirol haben jene Richtung eingeschlagen, welche das Land in Sachen Raumordnung gerne hätte.
© Thomas Boehm / TT

Wien/Europa-weit – Österreich ist auch 2016 jenes EU-Land gewesen, in dem pro Kopf die meisten Schienenkilometer - Bahn, U-Bahn, Tramway – zurückgelegt wurden. In gesamt Europa liegt traditionell nur die Schweiz vor Österreich – und das nicht um Welten. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hervor.

Die EU-Stockerlplätze belegen hinter Österreich mit 2250 Bahnkilometern pro Kopf (plus 190 km verglichen zum Jahr 2010) Tschechien mit 1750 Kilometern (plus 220) und Frankreich mit 1585 km (plus 30). Die Schweizer fahren im Durchschnitt pro Kopf 2.610 Bahnkilometer, sind also gar nicht so weit vor den Österreichern. Zwischen 1000 und 1500 Schienenkilometer bereisen in absteigender Reihefolge die Schweden, die Deutschen, die Briten, die Dänen, die Niederländer, Ungarn und Belgier.

Sieht man von Zypern und Malta ab, wo es keinen Schienenverkehr gibt, so fahren die Litauer (90 km, plus 10 km), die Griechen (270, minus 5) und die Slowenen (305, minus 50) durchschnittlich am wenigsten Eisenbahn.

Straßenbahnen in neuem Aufschwung

In Österreich werden pro Einwohner doppelt so viele Kilometer in Schienenfahrzeugen gefahren wie im EU-Schnitt und um zwei Drittel mehr als in Deutschland, macht der VCÖ aufmerksam. „Die Bedeutung der Bahnen wird in Zukunft stark zunehmen. Die stark wachsenden Ballungsräumen benötigen effiziente, platzsparende Verkehrsmittel und das sind S-Bahnen und Straßenbahnen sowie in Millionenstädten U-Bahnen“, sagt VCÖ-Experte Markus Gansterer.

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Der Bedarf sei auch der Grund, warum Straßenbahnen in Europa eine Renaissance durchfahren. Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der europäischen Städte mit Straßenbahnen laut VCÖ von 268 auf 297 gestiegen. „Auch die Klima- und Energieziele sind in Europa, aber auch in Österreich nur erreichbar, wenn der Anteil der Schiene an der Personenmobilität stark erhöht wird. Vorbild im Eisenbahnverkehr ist die Schweiz, wo im Vorjahr pro Kopf 2.495 Kilometer mit der Bahn (ohne Straßenbahnen und U-Bahn) gefahren wurden.“ Die Schweiz sei so ein erfolgreiches Eisenbahnland, weil ein sehr dichtes Bahnnetz mit häufigen Verbindungen existiert. Auf vielen Strecken gibt es einen Viertelstunden-Takt.

Schweizer-Niveau sei in Österreich bisher auf der Weststrecke erreicht worden. Großen Aufholbedarf gibt es laut VCÖ aber in den Regionen. Derzeit sei nämlich nicht jedes regionale Zentrum per Bahn erreichbar. „Dieses Manko sollte am Ende der Legislaturperiode beseitigt sein“, fordert Gansterer von der neuen schwarz-blauen Bundesregierung. Eine starke Zunahme des Schienenverkehrs sei nicht nur aus Verkehrs- und Umweltsicht nötig, sondern auch aus wirtschaftspolitischer Sicht. (APA)


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